Major Fuchs, der da oben steht und flucht, daß die Glocken widerhallen, wird ein wenig bedenklich. Er kann nicht umhin, daran zu denken, wer es wohl ist, der da herauf kommt, um ihm beim Kugelgießen zu helfen. Die Schritte kommen näher und näher. Der Betreffende will offenbar ganz in den Glockenturm hinauf.

Der Major schleicht beiseite, ganz zwischen die Balken und Sparren hinein, und löscht die Hornlaterne aus. Bange ist er ja gerade nicht, aber die ganze Geschichte würde ja verdorben sein, wenn ihn jemand da oben erblickte. Kaum hat er sich verkrochen, als der Ankömmling den Kopf durch das Treppenloch steckt.

Der Major erkennt ihn sofort: es ist der geizige Pfarrer aus Broby. Er, der fast wahnsinnig ist vor Geiz,

pflegt seine Schätze an den wunderlichsten Stellen zu verstecken. Er kommt jetzt mit einem Päckchen Papiergeld, das er im Turm verbergen will. Da er nicht weiß, daß ihn jemand sieht, hebt er eine Diele im Fußboden auf, legt das Geld darunter und entfernt sich sofort wieder.

Aber der Major ist nicht faul, er hebt dieselbe Diele auf. Nein, welch eine Menge Geld! Ein Bündel Papiergeld neben dem andern, und dazwischen braune Lederbeutel voll Silbergeld. Der Major nimmt genau so viel Silber, wie zu einer Kugel nötig ist; das übrige läßt er liegen.

Als er wieder unten anlangt, hat er die silberne Kugel in der Büchse. Er geht und denkt darüber nach, ob ihm das Glück in dieser Nacht wohl noch mehr gute Dinge zugedacht hat; in den Donnerstagnächten können ja die wunderlichsten Dinge geschehen. Erst macht er einen Gang nach der Organistenwohnung. Ob der verteufelte Bär wohl weiß, daß Fabers Kühe in einem elenden Schuppen stehen, so gut wie unter freiem Himmel?

Ja, wahrhaftig! Sieht er nicht etwas Großes, Schwarzes über das Feld auf den Bretterschuppen zukommen? Das muß der Bär sein!

Er legt die Büchse an die Wange und will schon losdrücken, besinnt sich aber wieder.

Jungfer Fabers verweinte Augen erscheinen ihm in der Dunkelheit; er denkt daran, daß er ihr und dem Küster helfen will, aber es kostet ihn eine große Überwindung, nicht selbst den großen Gurlita-Bären töten zu sollen. Er sagte selbst hinterher, daß ihn nichts in der Welt so große Überwindung gekostet habe, aber da die

kleine Jungfer eine so feine kleine Person war, mußte er es tun.