Sie haben eine Weile dort gestanden, als die Majorin plötzlich vor der jungen Frau stehenbleibt und sie mit einem strengen Blick anschaut. Die Gräfin weicht einen Schritt zurück und ergreift Frau Scharlings Arm.
Die Züge der Majorin erhalten plötzlich Leben und Ausdruck, ihre Augen schauen wieder mit voller Klarheit in die Welt hinaus.
»Ach nein, ach nein,« sagt sie lächelnd, »so schlimm ist es denn doch noch nicht, meine liebe junge Dame.«
Sie fordert sie auf, sich zu setzen, und setzt sich selbst. Sie nimmt ein Air altmodischer Vornehmheit an, wohlbekannt von den großen Festen auf Ekeby und den Königsbällen im Statthalterpalais in Karlstad. Sie vergessen die Lumpen und das Gefängnis und sehen nur die stolzeste, reichste Frau in ganz Wermland.
»Meine liebe Gräfin,« sagt sie, »was veranlaßt Sie, den Ball zu verlassen und mich einsame alte Frau aufzusuchen? Das ist wirklich zu gütig.«
Gräfin Elisabeth kann nicht antworten; Bewegung erstickt ihre Stimme. Frau Scharling antwortet für sie, daß sie nicht tanzen kann, weil sie an die Majorin denken muß.
»Liebe Frau Scharling,« antwortet die Majorin, »ist es denn jetzt so weit mit mir gekommen, daß ich die Jugend in ihrer Freude störe? Weinen Sie nicht über mich, liebe junge Gräfin«, fährt sie fort. »Ich bin eine böse, alte Frau, die ihr Schicksal verdient hat. Sie halten es doch nicht für richtig, seine Mutter zu schlagen?«
»Nein, aber ...«
Die Majorin unterbricht sie und streicht ihr das krause blonde Haar aus der Stirn. »Kind, Kind,« sagt sie, »wie konnten Sie sich nur mit dem dummen Henrik Dohna verheiraten?«
»Aber ich liebe ihn.«