Ach, wie freudig erschrak die Alte über diesen Entschluß! Aber sie wagte es wirklich nicht, ihrem Mann und ihrem Heim zu entfliehen. Er war imstande, ihr den großen Hund nachzusenden.
Aber Anna Stjärnhök überwand ihren Widerstand, teils mit Scherzen, teils mit Drohungen, und ehe eine halbe Stunde vergangen war, hatte sie sie neben sich im Schlitten. Anna fuhr selber, und zwar mit der alten Disa. Die Wege waren tief, denn es war gegen Ende März, aber es tat der alten Ulrika gut, wieder in dem
wohlbekannten Schlitten mit dem alten Pferd davor zu sitzen, es war viele Jahre lang ein treuer Diener auf Berga gewesen – mindestens so lange wie sie.
Da nun diese alte Sklavin der Arbeit einen guten Humor und einen frischen Sinn besaß, hielt sie mit dem Weinen inne, als sie an Arvidstorp vorüberkamen; bei Högberg lachte sie schon, und als sie an Munkeby vorbeifuhren, war sie ganz vertieft in ihre Jugenderinnerungen und erzählte ihrer Begleiterin, was sich in ihren jungen Jahren zugetragen hatte, damals als sie bei der Gräfin auf Svaneholm war.
Sie kamen nun zu der einsamen, menschenleeren Strecke nördlich von Munkeby, wo der Weg hügelig und steinig war. Er schlängelte sich an allen Höhen hinauf, die er erreichen konnte, kroch in langsamen Windungen aufwärts, stürzte sich kopfüber an ihnen hinab und eilte in so gerader Linie wie nur möglich über den ebenen Talboden, um sofort wieder einen neuen Abhang zu finden, an dem er in die Höhe klettern konnte.
Sie waren gerade im Begriff den Vestratorpshügel hinabzufahren, als die alte Ulrika plötzlich verstummte und krampfhaft Annas Arm packte. Sie starrte einen großen Hund am Wegesrande an.
»Sieh!« sagte sie.
Der Hund sprang von dannen in den Wald. Anna hatte ihn nicht recht gesehen.
»Fahr zu!« sagte die alte Ulrika, »fahr so schnell du kannst! Jetzt erhält Sintram Bescheid, daß ich hier bin.«
Anna versuchte, über ihre Angst zu lachen, aber sie fuhr fort: »Wir werden bald seine Schlittenglocken