Er wünscht nur Gelegenheit zu haben, ihr zu dienen, wie ein Page seiner hohen Herrin dient, ihr die Schlittschuhe anschnallen, ihr Garn halten und ihren Schlitten lenken zu dürfen. Es kann keine Rede sein von Liebe zwischen den beiden; aber er ist gerade der Mann, der sich bei einer romantischen, unschuldigen Schwärmerei glücklich fühlen kann.
Der junge Graf ist still und ruhig, und Gösta ist von sprudelnder Lebhaftigkeit. Es ist gerade der Verkehr, den die junge Gräfin sich wünscht. Niemand, der sie sieht, glaubt, daß sie eine verbotene Liebe im Herzen trägt. An Tanz und Lustbarkeit denkt sie. Sie sähe es am liebsten, daß die Erde ganz glatt wäre, ohne Steine, Felsen und Seen, so daß man über die ganze Fläche dahintanzen könnte. Auf schmalen, dünnsohligen, seidenen Schuhen möchte sie von der Wiege bis zum Grabe tanzen.
Aber das Gerede geht nicht nachsichtig um mit jungen Frauen.
Wenn diese Gäste nach Borg kommen und dort zu Mittag essen, pflegen die Herren nach Tische in das Zimmer des Grafen zu gehen, um zu schlafen oder zu rauchen, und die alten Damen pflegen im Saal in die
Lehnstühle zu sinken und ihre ehrwürdigen Köpfe gegen die hohen Rücklehnen zu stützen; die Gräfin aber und Anna Stjärnhök gehen in das blaue Kabinett und wechseln vertrauliche Mitteilungen in das Unendliche aus.
Hier sitzen sie auch am Sonntag, nachdem Anna Stjärnhök Ulrika Dillner nach Berga geholt hat.
Niemand auf der ganzen Welt ist unglücklicher als das junge Mädchen. All ihre Munterkeit ist verschwunden, vorbei ist es mit dem fröhlichen Trotz, den sie allem und allen entgegensetzte, die ihr zunahe kamen.
Alles, was sich auf dem Heimwege zugetragen hat, ist in ihrer Erinnerung in das Halbdunkel versunken, aus dem es hervorgezaubert wurde; sie hat nicht einen einzigen klaren Eindruck mehr.
Ja, einen, und der vergiftet ihre Seele.
»Wenn es nun nicht Gott war, der es getan hat«, flüstert sie sich wieder und wieder zu. »Wenn es nun nicht Gott war, der die Wölfe sandte?«