»Ach nein, ach nein, Frau Gräfin!« flehte Mamsell Marie.

Aber Gräfin Märta machte es Vergnügen, und die meisten der Gäste konnten sich ebenfalls des Lachens nicht enthalten, obwohl sie fanden, daß es unrecht gegen Mamsell Marie sei.

Die Gräfin nahm eine Handvoll trockener Rosenblätter aus einer Potpourrikruke, trat unter tragischen Gebärden an Mamsell Marie heran und sang:

»Du reisest nun von uns; ach, kehr einst zurück, Wir sehen dich scheiden mit Schmerzen. Vergiß nicht die Freunde in deinem Glück! Wir tragen dich stets im Herzen.«

Dabei streute sie ihr die Rosenblätter auf den Kopf. Die Gäste lachten, Mamsell Marie aber geriet ganz außer sich vor Zorn. Sie sah aus, als wolle sie der Gräfin die Augen auskratzen.

»Du bist ein schlechtes Geschöpf, Märta Dohna«, sagte sie. »Keine anständige Frau sollte mit dir verkehren.«

Aber nun ward Gräfin Märta ebenfalls zornig. »Heraus mit der Mamsell!« rief sie. »Ich habe genug von ihren Verrücktheiten.«

»Ja, ich will schon gehen,« sagte Mamsell Marie, »erst aber will ich das Geld für meine Gardinen haben.«

»Das alte Jux!« sagte die Gräfin. »Für solchen Bettel will sie noch Geld haben? Nimm es nur mit! Ich will den Schund nicht mehr vor Augen sehen.«

Und die Gräfin reißt die Gardinen herunter und wirft sie ihr hin, denn jetzt ist sie in voller Wut.