»Reit nicht nach Borg! Reit nicht nach Borg! Ein lediger Mann hat keine Sorg!« ruft ihm die Drossel nach.

Er aber hört nicht auf die Warnung. Bergauf und bergab reitet er, bis er endlich da ist. Er springt vom Sattel und wird zur Gräfin hineingeführt.

Alles geht gut. Gräfin Märta ist gnädig gegen ihn. Vetter Kristoffer merkt, daß sie nicht abgeneigt ist, seinen berühmten Namen zu tragen und ihm auf sein Schloß zu folgen. Er sitzt da und schiebt den glücklichen Augenblick hinaus, wo er ihr den Brief des Königs zeigen wird. Er genießt dies Warten.

Sie plaudert und unterhält ihn mit tausend Geschichten. Er lacht über alles und bewundert alles. Da sie aber gerade in einem der Zimmer sitzen, in denen Gräfin Elisabeth Mamsell Mariens Gardinen aufgehängt hat, fängt die Gräfin auch an, die Geschichte dieser Gardinen zu erzählen.

»Sehen Sie,« sagt sie schließlich, »sehen Sie, so schlecht bin ich, und hier hängen nun diese Gardinen, damit ich stets an meine Sünden erinnert werde. Das ist eine Buße sondergleichen. Pfui, diese abscheuliche Filetarbeit!«

Der große Krieger, Vetter Kristoffer, schaut sie mit blitzenden Augen an.

»Auch ich bin arm und alt«, sagt er. »Auch ich habe zehn Jahre im Ofenwinkel gesessen und mich nach meiner Geliebten gesehnt. Lachen Euer Gnaden darüber etwa auch?«

»Ach nein, das ist etwas ganz anderes«, erwidert die Gräfin.

»Gott hat mir mein Glück und mein Vaterland genommen und mich gezwungen, fremder Leute Brot zu essen«, sagt Vetter Kristoffer in ernsthaftem Ton. »Ich habe gelernt, die Armut zu achten!«

»Sie auch?« ruft die Gräfin und hebt die Hände in die Höhe. »Wie tugendhaft die Menschen doch sind! Mein Gott, wie tugendhaft sie alle geworden sind!«