»Ja,« sagt er, »merken Sie sich das, Frau Gräfin, sollte mir Gott einmal in Zukunft meine Macht und meinen Reichtum wiedergeben, dann will ich einen bessern Gebrauch davon machen, als sie mit einer Weltdame zu teilen, mit einem geschminkten, herzlosen Geschöpf, das sich über die Armut lustig macht.«
»Darin haben Sie vollkommen recht, Vetter Kristoffer!«
Und damit marschiert Vetter Kristoffer aus dem Zimmer und reitet wieder heim nach Ekeby; die Geister aber folgen ihm nicht, die Drossel ruft ihn nicht an, er sieht nicht mehr den lächelnden Frühling.
Er kommt gerade in dem Augenblick nach Ekeby, als die Osterschüsse abgefeuert werden und man die »Osterhexe« verbrennt. Die Osterhexe ist eine große Strohpuppe, deren Gesicht aus alten Lumpen besteht, auf denen Augen, Nase und Mund mit Kohle aufgezeichnet sind. Sie trägt die abgelegten Kleider einer Armenhäuslerin, einen langstieligen Feuerhaken und Besenschaft an der Seite und das Salbenhorn [2] um den Hals. Sie ist bereit, nach Blåkulla zu fahren.
Das Salbenhorn mit der Hexensalbe gehört dem schwedischen Volksglauben nach zu den Attributen der Hexen, wenn sie nach Blåkulla, dem schwedischen Blocksberg, reiten.
Major Fuchs ladet seine Flinte und schießt sie einmal über das andere in die Luft ab. Dann wird ein Feuer von Reisig angezündet, die Hexe darauf geworfen und verbrannt. Ja, die Kavaliere tun, was sie können,
um auf alte, erprobte Weise die Macht der bösen Geister zu vernichten.
Vetter Kristoffer steht da und schaut mit finsterer Miene zu. Plötzlich reißt er den großen königlichen Brief aus seinem Ärmelaufschlag und wirft ihn ins Feuer. Gott allein weiß, was er dabei denkt. Vielleicht bildete er sich ein, daß Gräfin Märta selber dort auf dem Scheiterhaufen verbrannt werde. Vielleicht meinte er, daß es nichts mehr auf der Erde gibt, was taugt, da ja diese Frau, die er so viele Jahre geliebt hat, nur aus Lumpen und Stroh bestand.
Er geht wieder in den Kavalierflügel zurück, zündet das Feuer an und verwahrt seine Uniform. Wieder setzt er sich in die Ofenecke und wird mit jedem Tage zerzauster und grauer. Er stirbt nach und nach, so wie die alten Vögel in der Gefangenschaft.