Auch die andern Kavaliere und die hundert Gäste sind an den Wasserfall hinabgekommen. Von nah und fern

kommen die Leute herbeigestürzt, alle arbeiten, sie schüren das Feuer, sie zimmern den Notdamm, sie füllen die Säcke, sie wehren den Wogen draußen auf dem schwankenden, zitternden Steindamm.

Jetzt ist der Notdamm fertig, jetzt soll er vor den schwankenden Wellenbrecher hinabgesenkt werden. Haltet Steine und Sandsäcke bereit, und Bootshaken und Stricke, so daß sie nicht fortgerissen werden, daß die Menschen den Sieg davontragen und die unterjochten Wellen in die Sklaverei zurückkehren!

Da geschieht es, gerade im entscheidenden Augenblick, daß Göstas Blick auf eine Frauengestalt fällt, die auf einem Stein am Bach sitzt. Die auflodernden Flammen lassen ihren Schein auf sie fallen, wie sie dasitzt und in die Wogen hinausstarrt, er kann sie nicht klar und deutlich sehen, Nebel und Schaum hindern ihn, aber sein Auge kehrt wieder und wieder zu ihr zurück. Immer wieder muß er sie ansehen. Es ist ihm, als habe diese Frau einen Auftrag an ihn auszurichten.

Unter all den Hunderten, die am Ufer des Gießbaches arbeiten und sich bewegen, ist sie die einzige, die stillsitzt, und sein Blick sucht sie unaufhörlich, er sieht niemand außer ihr.

Sie sitzt so weit hinaus, daß die Wellen gegen ihre Füße schlagen und sie mit ihrem Schaum bespritzen. Sie muß ganz durchnäßt sein. Sie ist dunkel gekleidet, trägt einen großen Schal um den Kopf und sitzt zusammengekauert da, das Kinn in die Hände gestützt, und starrt unablässig zu ihm dort oben auf dem Wellenbrecher hinüber. Er fühlt, daß diese starrenden Augen ziehen und locken, obwohl er nicht einmal ihr Antlitz unterscheiden

kann, er denkt nur an sie, wie sie dort am Ufer zwischen den weißen Wogen sitzt.

»Das ist die Meermaid aus dem Löfsee, die hier in den Bach hinausgekommen ist, um mich ins Unglück zu locken«, denkt er. »Sie sitzt da und lockt – ich muß sie noch fortjagen.«

Es ist ihm, als seien alle diese Wellen mit den weißen Kämmen das Heer der schwarzen Frau; sie hat sie aufgestachelt, sie hat sie zum Angriff gegen ihn geführt.

»Ich bin ja gezwungen, sie fortzujagen«, sagt er.