»Wie sind die Frau Gräfin hierhergekommen?«
Sie lacht nervös. »Ich wußte ja, daß ich zu spät kommen würde, aber ich wollte niemand erzählen, daß ich hierherging, und dann wissen Sie ja, kann man nicht mehr über den See fahren.«
»Sind die Frau Gräfin über den See gegangen?«
»Freilich bin ich das. Aber, Herr Berling, sagen Sie mir doch – sind Sie verlobt? Sie begreifen wohl, daß ich es sehr gern sehen würde, wenn es nicht der Fall wäre! Es ist ja doch ein Unrecht, und ich habe ein Gefühl, als wenn ich schuld an dem Ganzen wäre. Sie hätten keinen so großen Wert auf meine Worte legen sollen! Ich bin eine Fremde, die die Sitten des Landes nicht kennt. Es ist so leer auf Borg gewesen, seit Sie Ihre Besuche eingestellt haben, Herr Berling.«
Wie Gösta Berling so dasteht zwischen dem nassen Erlengestrüpp auf dem sumpfigen Boden, ist es ihm, als wenn ihn jemand über und über mit Rosen bestreue. Er watet bis an die Knie in Rosen, sie schimmern im Dunkeln vor seinen Augen, begehrlich atmet er ihren Duft ein.
»Ist es wirklich geschehen?« wiederholt sie.
Er muß sich entschließen, ihr zu antworten und ihrer Angst ein Ende zu machen, obwohl er so glücklich darüber ist. Wie warm es doch in ihm wird, und wie hell, wenn er daran denkt, welchen Weg sie zurückgelegt hat, wie naß sie ist, wie erfroren, wie angsterfüllt sie sein muß, und wie verweint ihre Stimme klingt.
»Nein,« sagt er, »ich bin nicht verlobt.«
Da ergreift sie noch einmal seine Hand und streichelt sie. »Ich bin so glücklich, so glücklich!« sagt sie, und ihre Brust, die die Angst zusammengeschnürt hatte, erbebt jetzt von Schluchzen.
Da ist der Weg des Poeten ganz mit Blumen bedeckt. Alles Dunkle, Böse und Gehässige schmilzt aus seinem Herzen fort.