Viele böse Worte ließ er sie hören. Er erhob die Hände gen Himmel und klagte Gott an, weil er es erlaubt hatte, daß sein Name von einer schamlosen Frau in den Schmutz geschleppt wurde. Er drohte ihr mit der geballten Faust und fragte, welche Strafe sie groß genug für ihr Verbrechen halte.

Sie war gar nicht bange vor ihrem Mann. Sie glaubte

noch immer, daß sie recht gehandelt habe. Sie sagte, sie habe schon einen schrecklichen Schnupfen bekommen, das sei doch wohl Strafe genug.

»Elisabeth!« sagte Gräfin Märta, »dies ist nichts, worüber man scherzen kann.«

»Wir beide«, erwidert die junge Frau, »haben uns nie darüber einigen können, wann es Zeit sei, zu scherzen oder ernsthaft zu sein.«

»Aber du mußt doch begreifen können, Elisabeth, daß keine ehrbare Frau ihr Haus mitten in der Nacht verlassen und mit einem berüchtigten Abenteurer umherstreifen kann.«

Da begriff Elisabeth, daß ihre Schwiegermutter beschlossen hatte, sie ins Elend zu stürzen. Sie begriff, daß sie bis zum äußersten kämpfen müsse, damit es dieser Frau nicht gelänge, ein schreckliches Unglück über sie zu bringen.

»Henrik,« bittet sie, »laß deine Mutter sich nicht zwischen uns stellen. Ich will dir erzählen, wie das Ganze sich zugetragen hat. Du bist gerecht, du wirst mich nicht ungehört verurteilen. Ich will dir alles erzählen und du wirst sehen, daß ich so handelte, wie du mich zu handeln gelehrt hast.«

Der Graf nickte schweigend als Zeichen seiner Zustimmung, und nun erzählte Gräfin Elisabeth, wie sie dazu gekommen war, Gösta Berling auf den Weg des Bösen zu stoßen. Sie erzählte alles, was sich in dem kleinen blauen Kabinett zugetragen hatte, und wie ihr Gewissen sie getrieben, den zu retten, dem sie unrecht getan.

»Ich hatte ja kein Recht, ihn zu verurteilen,« sagte sie, »und mein Mann hat mich selbst gelehrt, daß kein