Und drinnen im Hause liegt die Hausfrau und schläft in einem Zimmer, das nach dem Garten hinaus wendet.

Sie erwacht plötzlich und lauscht, aber sie rührt sich nicht. Sie liegt lächelnd da und lauscht. Dann kommt die Musik näher und näher und schließlich ist es, als sei der Spielmann unter ihrem Fenster stehengeblieben. Es ist nicht das erstemal, daß sie Violinspiel unter ihrem Fenster gehört hat. Ihr Mann pflegt auf diese Weise zu kommen, wenn sie drüben in Ekeby einen ungewöhnlich wilden Streich ausgeführt haben.

Er steht dort und beichtet und bittet um Verzeihung. Er erzählt ihr von den bösen Mächten, die ihn von dem fortlocken, was er am heißesten liebt: von ihr und den Kindern. Aber er liebt sie! Ja, wahrlich, er liebt sie.

Während er spielt, steht sie auf und kleidet sich an, ohne eigentlich zu wissen, was sie tut. Sie ist so ganz von seinem Spiel erfüllt.

»Es ist nicht Luxus, nicht Wohlleben, das mich fortgelockt hat,« spielt er, »nicht Liebe zu andern Frauen, nicht Ehre, sondern die verlockende Vielfältigkeit des Lebens: seine Schönheit, seine Bitterkeit, seinen Reichtum muß ich um mich fühlen. Aber nun habe ich genug davon, jetzt bin ich satt und müde. Ich will mein Heim nicht mehr verlassen. Verzeih mir, hab Nachsicht mit mir!«

Da zieht sie die Gardine zur Seite und öffnet das Fenster, und er sieht ihr schönes, gutes Gesicht.

Sie ist gut und sie ist klug. Ihr Blick fällt segnend wie der Blick der Sonne auf alles, was ihr in den Weg kommt.

Sie lenkt und sie behütet. Wo sie ist, muß alles wachsen und gedeihen. Sie trägt das Glück in sich.

Er schwingt sich auf das Fensterbrett zu ihr und ist glücklich wie ein Liebender.

Dann hebt er sie hinab in den Garten und trägt sie unter die Apfelbäume. Dort erklärt er ihr, wie schön alles ist und zeigt ihr die Blumenbeete und die Pflanzungen der Kinder und die kleinen, lustigen Petersilienblätter.