Da ergriffen die Kavaliere ihn und trugen ihn Portechaise hinunter. Hurrarufe umdonnerten ihn. Sie setzten ihn irgendwo nieder, er sah nicht wo. Eine Peitsche knallte, der Wagen setzte sich mit ihm in Bewegung. Er fuhr. Als er den Gebrauch seiner Augen wiedergewann, war er draußen auf der Landstraße.
Wohl hatten die Kavaliere geweint und waren von tiefer Wehmut ergriffen, aber der Kummer hatte doch nicht alle frohen Gefühle des Herzens bei ihnen erstickt. Einer von ihnen – war es Gösta Berling, der Poet, oder Beerencreutz, der Rabougespieler, der alte Kriegsmann, oder der lebensmüde Vetter Kristoffer? – hatte es so eingerichtet, daß die alte Kajsa nicht aus ihrem Stall und der mottenzerfressene Wagen nicht aus seinem Schuppen hervorgeholt zu werden brauchte. Sie hatten einen großen, weißscheckigen Ochsen vor einen Heuwagen gespannt, und nachdem die rote Kiste, das grüne Lägel und der geschnitzte Vorratskasten auf den Wagen gestellt waren, wurde schließlich Patron Julius selbst, dessen Augen von Tränen geblendet waren, nicht auf den Vorratskasten oder auf die Kiste gesetzt, sondern auf den Rücken des weißscheckigen Ochsen.
Seht, so ist der Mensch, zu schwach, um dem Leid in all seiner Bitterkeit zu begegnen! O Freunde, sicher beweinten die Kavaliere diesen Freund, der von dannen zog, um zu sterben, diese welkende Lilie, diesen sterbenden Singschwan,
und doch erleichterte es die Beklommenheit ihres Herzens, als sie ihn so von dannen ziehen sahen, auf dem Rücken des großen Ochsen reitend, während sein fetter Körper vom Schluchzen bebte; seine Arme, zu einem letzten Umfangen ausgebreitet, senkten sich in Verzweiflung, und seine Augen suchten Gerechtigkeit bei einem strengen Himmel.
Da draußen auf der Landstraße kehrten dem umnebelten Patron Julius die Sinne zurück, und er merkte, daß er auf dem schaukelnden Rücken eines Tieres saß. Und da, so erzählt man, begann er über alles nachzugrübeln, was sich in siebzehn Jahren ereignen kann. Die alte Kajsa war auffallend verändert. Hatten die Haferkrippe und die Kleewiesen auf Ekeby so viel vermocht? Und er rief – ich weiß nicht, ob die Steine am Wege oder die Vögel in dem Gesträuch es hörten –, aber wahr ist es, daß er rief: »Der Teufel soll mich frikassieren, wenn ich nicht glaube, daß du Hörner bekommen hast, Kajsa!«
Nachdem er noch eine Weile gegrübelt hatte, ließ er sich sanft von dem Rücken des Ochsen hinabgleiten, stieg in den Heuwagen, setzte sich auf den Vorratskasten und fuhr in tiefe Gedanken versunken weiter.
Bald darauf, in der Nähe von Broby, vernahm er taktfesten Gesang:
»Eins zwei, Nur immer zu! Pantoffel und Schuh. Die Wermlandjäger kommen herbei! Eins zwei, eins zwei!«
So tönte es ihm entgegen; aber es waren keine Jäger, es waren die munteren Fräulein aus Berga und einige
von den schönen Töchtern des Amtmanns aus Munkerud, die des Weges daherkamen. Sie hatten ihre kleinen Vorratsbeutel an langen Stöcken aufgehängt, die sie wie ein Gewehr schulterten, und zogen mutig dahin in der Sommerhitze und sangen taktfest: