»Eins zwei, nur immer zu!«
»Wohin geht die Reise, Patron Julius?« riefen sie, als sie ihm begegneten, ohne auf die Wolken der Sorge zu achten, die seine Stirn umflorten.
»Ich ziehe fort aus dem Hause der Sünde und Eitelkeit,« sagte Patron Julius. »Ich will nicht länger unter Tagedieben und Missetätern verweilen. Ich kehre heim zu meiner Mutter.«
»Ach!« riefen sie, »das ist ja nicht wahr! Patron Julius kann doch Ekeby nicht verlassen!«
»Ja,« entgegnete er und schlug mit der geballten Hand auf die Kleiderkiste. »Wie Loth aus Sodom und Gomorra, so fliehe ich aus Ekeby. Jetzt gibt es dort nicht einen Gerechten mehr. Aber wenn sich die Erde unter ihnen auftut, wenn Feuer und Schwefel vom Himmel herabregnen, da will ich mich über Gottes gerechtes Gericht freuen. Lebt wohl, ihr kleinen Mädchen! Hütet euch vor Ekeby!«
Er wollte weiterfahren, aber damit waren die munteren Mädchen keineswegs einverstanden. Sie hatten die Absicht, den Donnerfelsen zu besteigen. Aber der Weg war lang, und sie hatten wohl Lust, in Julius’ Heuwagen bis an den Fuß des Berges zu fahren. Glücklich, wer sich über den Sonnenschein des Lebens freuen kann und keiner Kürbispflanze bedarf, um seinen Scheitel zu beschatten! In zwei Minuten hatten die jungen
Mädchen ihren Willen durchgesetzt. Patron Julius kehrte um und fuhr sie bis an den Donnerfelsen. Lächelnd saß er auf dem Vorratskasten, während die jungen Mädchen den Heuwagen füllten. Am Wege entlang wuchsen Winden und Kamillen und Pechnelken. Der Ochse mußte von Zeit zu Zeit ein wenig ruhen, dann stiegen die jungen Mädchen ab und pflückten Blumen. Bald hingen bunte Kränze um Julius’ Kopf und um die Hörner des Ochsen.
Ein wenig weiterhin kamen sie an helle, junge Birken und dunkle Erlenbüsche. Da stiegen sie vom Wagen und brachen Zweige ab, um ihn damit zu schmücken. Bald war er zu schauen wie ein wandernder Wald. So ging es den ganzen Tag mit Spiel und Lustigkeit.
Je weiter der Tag vorschritt, um so sanfter und milder wurde Patron Julius. Er traktierte die jungen Mädchen aus seinem Vorratskasten und sang ihnen Lieder vor. Als sie auf dem Gipfel des Donnerfelsens standen, die ausgedehnte Landschaft so stolz und schön unter sich – da fühlte Julius sein Herz mächtig pochen, die Worte strömten ihm über seine Lippen, und er redete über sein geliebtes Land:
»Ach, Wermland,« sagte er, »du schönes, du herrliches Land! Oft wenn ich dich auf einer Karte vor mir gesehen habe, dann habe ich darüber nachgedacht, was du eigentlich vorstellst; aber jetzt verstehe ich, was du bist. Du bist ein alter, frommer Eremit, der mit gekreuzten Beinen, die Hände im Schoß, still dasitzt und träumt. Du hast eine Zipfelmütze über deine halbgeschlossenen Augen gezogen. Du bist ein Grübler, ein heiliger Träumer, und du bist wunderbar schön. Große Wälder sind