Und um ihn her wiederholt das weinende Gesinde wie ein Echo: »Er ist ein guter Hausherr gewesen, ach, Herr Gott! Er hat dem Pferd, wenn es bergan ging, nicht die Sporen gegeben, er hat die Kühe im Winter nicht hungern lassen.«

Aber ganz unbemerkt ist ein armer Mann zur Tür hereingekommen, um ein wenig Speise und Trank zu erbitten. Auch er hört die Worte des Sterbenden, wie er schweigend an der Tür steht.

Und der Kranke beginnt wieder: »Ich habe die Wälder urbar gemacht und die Wiesen ausgetrocknet. Ich habe den Pflug in geraden Furchen gezogen. Ich habe die Scheune dreimal so groß gebaut, zu dreimal mehr Saatkorn als zu meiner Väter Zeiten. Ich habe drei silberne Becher von blanken Speziestalern machen lassen – mein Vater ließ nur einen machen.«

Die Worte des Sterbenden dringen bis an das Ohr des Fremdlings an der Tür. Er hört ihn von sich selber zeugen, als stünde er vor Gottes Thron. Er hört die Kinder und das Gesinde bestätigend wiederholen: »Er fuhr den Pflug in geraden Furchen, das tat er.«

»Gott wird mir schon einen guten Platz in seinem Himmelreich geben«, sagt der Alte.

»Der liebe Gott wird unsern Herrn wohl gut aufnehmen«, sagt das Gesinde.

Der Mann an der Tür hört die Worte, und Entsetzen ergreift ihn, der fünf lange Jahre hindurch Gottes Spielball gewesen ist, eine Feder, die von seinem Atemhauch bewegt wird. Er tritt an den Kranken heran und ergreift seine Hand.

»Mein Freund, mein Freund,« sagt er, und seine Stimme zittert vor Erregung, »hast du bedacht, wer der Herr ist, vor dessen Antlitz du bald treten sollst? Er ist ein großer Gott, ein mächtiger Gott. Welten sind seine Äcker, der Sturm ist sein Pferd. Große Himmel erzittern unter dem Gewicht seiner Fußtritte. Und du stellst dich ihm gegenüber und sagst: ‘Ich habe gerade Furchen gezogen, ich habe Roggen gesät, ich habe Holz geschlagen.’ Willst du dich vor ihm rühmen und dich mit ihm messen? Du weißt nicht, wie mächtig der Herr ist, nach dessen Reich du ziehst!«

Der Alte reißt die Augen auf, sein Antlitz verzerrt sich vor Angst, sein Röcheln wird heftiger.

»Tritt nicht mit großen Worten vor deinen Gott!« fährt der Wandersmann fort. »Die Mächtigen auf Erden sind wie gedroschenes Stroh in seiner Scheune. Sein Tagewerk besteht darin, Samen zu säen. Er hat