Und dann – nur ein paar Tage nach dem großen Verlobungsfest – war der Umschlag gekommen, plötzlich und wunderbar.
Im Kieswege auf Björne gerade vor der Treppe lag ein Stein, der viel Ärgernis und Beschwerden verursachte. Wagen stürzten darüber, Pferde und Menschen fielen darüber, Mägde, die mit großen Milchbütten des Weges kamen, strauchelten und verschütteten ihre Milch; der Stein blieb aber trotzdem liegen, weil er so viele Jahre dort gelegen hatte. Er hatte schon zu Lebzeiten der Eltern des Gutsherrn dort gelegen, lange ehe irgend jemand daran dachte, Björne zu erbauen. Der Gutsherr konnte nicht einsehen, weshalb er ihn sollte forträumen lassen.
An einem der letzten Augusttage aber geschah es, daß zwei Mägde, die einen großen Kübel trugen, über den Stein fielen. Sie kamen arg zu Schaden, und der Unwille über den Stein war groß.
Es war um die Frühstückszeit. Der Gutsherr machte seinen morgendlichen Rundgang, da aber die Leute gerade auf dem Hofe waren, stellte Frau Gustava zwei Knechte dabei an, den Stein herauszugraben. Sie kamen mit Spaten und Hebeln, gruben und hoben, und schließlich gelang es ihnen auch, den alten Friedensstörer aus seinem Loch herauszuheben. Dann trugen sie ihn in den Hinterhof; das war eine Arbeit für sechs Mann.
Kaum war der Stein fort, als der Gutsherr heimkehrte und die Zerstörung auf den ersten Blick gewahrte.
Da ergrimmte er. Er behauptete, es sei gar nicht mehr dasselbe Gehöft. Wer hatte es gewagt, den Stein fortzuschaffen? Also Frau Gustava hatte den Befehl erteilt! Diese Frauenzimmer hatten doch gar kein Herz im Leibe! Wußte seine Frau denn nicht, daß er den Stein liebte?
Und dann ging er direkt auf den Stein zu, hob ihn mit seinen Armen auf und trug ihn vom Hinterhof wieder auf den Hofplatz hinaus, an den Platz, wo er bisher gelegen hatte; dort warf er ihn hin. Und es war ein Stein, mit dem sechs Männer ihre Mühe gehabt hatten. Diese Tat ward in ganz Wermland sehr bewundert.
Während er den Stein über den Hof trug, hatte Marianne im Eßzimmer am Fenster gestanden und ihn angeschaut. Nie zuvor war er ihr so schrecklich erschienen. Er war ihr Herr, dieser Entsetzliche mit der grenzenlosen Kraft! Ein unvernünftiger, launenhafter Herr, der nie Rücksicht auf etwas anderes nahm als auf seine eigenen Wünsche.
Sie waren beim Frühstück, und sie stand mit einem Tischmesser in der Hand da. Unwillkürlich erhob sie es.