dieselbe Frage, sie starrte aus aller Augen, sie schwebte auf aller Lippen: »Wen, o Herr, suchet deine Hand? Du strenger Gott, wer hat dir die Opfer des Gebets und der guten Werke vorenthalten, da du uns unser armseliges Brot entziehst?«
Eine harte Strafe von Gott war es, daß die Majorin nun in der Ferne weilte. Infolge des reichlichen Verdienstes, den zu ihrer Zeit der Eisentransport, das Holzfällen und dergleichen ergaben, hatten die Bewohner der Heide ihre vielhundertjährige Gewohnheit, Arbeit fern von der Heimat zu suchen, fast gänzlich abgelegt. Jetzt mußten die Jungen auswandern, aber es blieben doch noch immer genug zurück, die daheim sitzen und hungern mußten.
Ein Mann aus den finsteren Schären, die westwärts über Sundsbroen gezogen waren und die Brobyer Hügel hinanschritten, blieb einen Augenblick an dem Wege stehen, der zu der Wohnung des geizigen Pfarrers führte. Er nahm einen trockenen Zweig von der Erde und warf ihn auf den Weg zum Pfarrhaus.
»Trocken wie dieser Zweig sind die Gebete gewesen, die er zu Gott emporgesandt hat«, sagte der Mann.
Der ihm zunächst Gehende blieb ebenfalls stehen. Auch er nahm einen trockenen Zweig auf und warf ihn neben den andern.
»Wie der Pfarrer, so das Opfer«, sagte er.
Der dritte in der Schar folgte dem gegebenen Beispiel. »Er ist gewesen wie die Dürre. Reisig und Stroh – das ist alles, was er uns hat behalten lassen.«
Der vierte sagte: »Wir geben ihm wieder, was er uns gegeben hat.«
Und der fünfte: »Zu ewiger Schmach werfe ich ihm dies hin. Möge er hinwelken und verdorren wie dieser Zweig.«
»Dürres Futter für den Pfarrer, der die Dürre über uns gebracht hat«, sagte ein sechster.