Da senkt die junge Gräfin das Haupt. So ist es nicht. Es ist nicht wahr, dies, aber sie kann nicht mit ihm streiten.

»Deine Worte haben meine Seele verwundet,« sagt sie, »aber noch glaube ich dir nicht. Die Götter des Hasses und der Rachsucht könnt ihr töten, aber nur sie.«

Aber der Alte ergreift ihre Hand, legt sie auf das Buch und erwidert mit dem Fanatismus des Unglaubens:

»Wenn du dies gelesen hast, mußt du glauben!«

»Dann möge es mir niemals vor Augen kommen,« sagt sie, »denn wenn ich es glaube, kann ich nicht leben.«

Und sie verläßt den Philosophen, in Kummer versunken.

Er aber sitzt lange da und grübelt, nachdem sie gegangen ist. –

Diese alten Hefte, dicht beschrieben mit gotteslästerlichen Worten, sind noch nicht von der Welt geprüft. Noch hat Onkel Eberhards Name die Zinnen des Ruhmes nicht erklommen.

Sein großes Werk liegt verwahrt in einer Truhe in der Rumpelkammer unter der Pulpiturtreppe in der Svartsjöer Kirche; erst am Ausgang des Jahrhunderts soll es ans Licht kommen.

Aber warum hat er das getan? Fürchtete er seine Behauptungen nicht beweisen zu können? War er bange vor Verfolgungen? Ach – ihr kennt Onkel Eberhard nicht.