Ach, das Schwarze dort unter der Bergwand, ist es doch wohl kein Ameisenhaufen – aber vielleicht ein umgestürzter Baum? Gelobt sei Gott, es ist nur ein umgestürzter Baum. Aber so genau kann man es ja nicht sehen, da die Tannen so dicht nebeneinander stehen.

So lang ist der Zug, daß die Vordersten, die starken Männer, schon am Walde westlich von Björne angelangt sind, während die letzten, die Krüppel und die schwachen Greise und die Frauen, die ihre kleinen Kinder tragen, kaum an der Brobyer Kirche vorüber sind.

Und dann verschwindet dieser ganze wogende Zug in den finstern Wald. Die Morgensonne leuchtet ihm unter die Tannen – die sinkende Sonne des Abends wird den Scharen begegnen, wenn sie aus dem Walde kommen.

Es ist der dritte Tag, daß sie suchen. Sie sind an diese Arbeit gewöhnt. Sie suchen unter der steilen Felswand, wo der Fuß gleitet, unter den umgewehten Bäumen, wo man leicht Arm und Bein brechen kann, unter den

Zweigen der dichten Tannen, die über das weiche Moos herabhängen und zur Ruhe einladen.

Das Versteck des Bären, die Höhle des Fuchses, der unterirdische Bau des Dachses, der schwarze Boden, auf dem der Kohlenmeiler gestanden hat, der rote Kronsbeerenberg, die Tanne mit den weißen Nadeln, der Berg, den der Waldbrand vor einem Monat heimgesucht hat, der Stein, der von dem Riesen dahin geworfen war, das alles haben sie gefunden, nicht aber den Fleck an der Bergwand, wo das Schwarze liegt. Niemand ist dort gewesen, um zu sehen, ob es ein Ameisenhaufen ist oder ein Baumstamm oder ein Mensch. Ach, es ist sicher ein Mensch, aber niemand ist dort gewesen, niemand hat sie gesehen.

Die Abendsonne sieht sie auf der anderen Seite des Waldes herauskommen, aber das junge Mädchen, dessen Verstand Gott genommen hat, ist nicht gefunden. Was sollen sie nun tun? Sollen sie den Wald noch einmal durchsuchen? Der Wald ist gefährlich im Dunkeln; dort liegen bodenlose Moore und steile Felsklüfte. Und was können sie, die nichts fanden, als die Sonne schien, wohl jetzt finden, wo sie fort ist?

»Laßt uns nach Ekeby gehen!« ruft einer aus der Schar.

»Laßt uns nach Ekeby gehen!« rufen sie alle. »Laßt uns nach Ekeby gehen!«

»Laßt uns diese Kavaliere fragen, weshalb sie die Hunde auf eine losließen, deren Verstand Gott genommen hatte, weshalb sie eine Irrsinnige zur Verzweiflung trieben. Unsere armen, hungrigen Kinder weinen, unsere Kleider sind zerrissen, das Korn steht in Hocken, bis die Kerne aus den Hülsen fallen, die Kartoffeln verfaulen in der Erde, unsere Pferde laufen wild umher, unsere Kühe sind