Sintrams Augen sprühten Blitze, als er antwortete: »Es wäre mir eine Freude gewesen, denn ich bin schlecht. Ich bin der Bär im Gebirge, ich bin der Schneesturm auf der Ebene; meine Lust ist es, zu morden und zu verfolgen. Fort, sage ich, fort mit den Menschen und mit dem Menschenwerk! Ich kann sie nicht leiden. Ich kann sie zwischen meinen Klauen hindurchlaufen und ihre Sprünge

machen lassen – das kann mich eine kleine Weile amüsieren –, aber nun hatte ich das Spiel satt, Gösta, nun wollte ich zuschlagen, jetzt wollte ich zerstören.«

Er wäre wahnsinnig, vollständig wahnsinnig. Er hatte vor langer Zeit zum Scherz mit diesen Höllenkünsten begonnen, jetzt aber hatte die Bosheit Oberhand über ihn gewonnen, jetzt glaubte er selber, daß er einer der Geister der Hölle sei.

Gösta Berling aber, der vor Eifer entbrannte, den Notleidenden zu helfen, war durch seine Worte wie vom Blitz getroffen.

»Weißt du, wo der Schatz des Pfarrers von Broby liegt?« fragte er.

Sintram antwortete mit einem schnellen, lauernden Blick. »Willst du vielleicht der Helfer des Volkes sein, Gösta?«

»Ja«, erwiderte Gösta; er wußte, daß es am besten war, mit einem Manne wie Sintram die Wahrheit zu reden.

Ein Lichtschimmer zuckte über Sintrams Antlitz. »Sieh, sieh!« sagte er, »da will ich den im Sarge ruhig liegenlassen, denn dann weiß ich eine bessere Rache.«

»Was hast du zu rächen? Der beste Freund des Volkes ist tot, und die Not ist ebenso groß wie vorher.«

»Ich sage dir, alles ist verloren. Schau nur dahin! Siehst du? Heute habe ich den Gefängniswagen als Equipage bekommen, und es hat mich viele Tränen gekostet, den Landvogt zu bewegen, daß er draußen hält, während ich ein Gebet am Sarge des frommen Mannes verrichte.«