Alle sahen ihn an. Er hatte sich erhoben und schaute eifrig um sich.

»Schlechtigkeit – alles ist Schlechtigkeit gewesen«, sagte er. »Alles, was ich gesehen habe, seit ich die Augen aufschlug, war Schlechtigkeit. Böse Männer, böse Frauen, Haß und Zorn in Wald und Feld. Sie aber ist gut. Ein guter Mensch hat in meinem Hause geweilt. Wenn ich nun allein hier sitze, werde ich ihrer gedenken. Auf den Waldpfaden wird sie mir nahe sein.«

Er beugte sich über Gösta herab, löste seine Bande und richtete ihn auf. Dann ergriff er feierlich seine Hand.

»Von Gott verlassen,« sagte er und nickte, »das ist die Sache! Jetzt aber bist du es nicht mehr, und auch ich bin es nicht mehr, seit sie in meinem Hause geweilt hat. Sie ist gut.«

Am nächsten Tage kam der alte Jan Hök zum Amtsrichter Scharling. »Ich will mein Kreuz auf mich nehmen«, sagte er. »Ich bin ein böser Mann gewesen, deswegen

habe ich böse Söhne bekommen.« Und er bat, ob er nicht statt seines Sohnes ins Gefängnis kommen könne. Aber das ließ sich natürlich nicht machen.

Die schönste von den alten Geschichten aber ist die, die davon handelt, wie er seinen Sohn begleitete, neben dem Gefängniswagen herwanderte, vor seiner Zelle schlief und nicht von ihm wich, bis er seine Strafe verbüßt hatte. Die findet wohl auch mal ihren Erzähler.

Margarete Celsing

In den Tagen vor Weihnachten kam die Majorin an den Löfsee hinab, aber erst am heiligen Abend erreichte sie Ekeby. Während der ganzen Reise war sie krank; sie hatte Lungenentzündung und heftiges Fieber, doch hatte man sie niemals heiterer gesehen, hatte niemals freundlichere Worte von ihr gehört.

Die Tochter des Pfarrers von Broby, die seit dem Oktober bei ihr gewesen war, saß neben ihr im Schlitten und wollte gern die Fahrt beschleunigen; aber sie konnte die Alte nicht daran hindern, die Pferde anzuhalten und jeden, der des Weges kam, an den Schlitten heranzurufen, um nach Neuigkeiten zu fragen.