»Nein, Frau Majorin, das können wir nicht annehmen, wir, die wir Sie so verkannt und Ihnen so viel Kummer bereitet haben!«
»Ich will Euch Ekeby geben! Hörst du es nicht?« Sie sprach hart und scharf ohne alle Freundlichkeit.
Eine entsetzliche Angst überkam ihn.
»Führen Sie die Alten nicht in eine solche Versuchung, Frau Majorin; das würde sie ja wieder zu leichtsinnigen Zechbrüdern machen. Reiche Kavaliere! Gott im Himmel! Was sollte wohl aus uns werden?«
»Ich will dir Ekeby geben, Gösta, dafür sollst du mir aber geloben, deiner Frau die Freiheit zu schenken. So eine feine, kleine Dame paßt nicht für dich. Sie hat zuviel gelitten hier im Bärenlande; sie sehnt sich zurück in
ihre lichte Heimat. Du sollst sie reisen lassen. Deshalb gebe ich dir Ekeby.«
Jetzt aber kniete Gräfin Elisabeth am Lager der Majorin nieder. »Ich sehne mich nicht mehr fort, Frau Majorin. Er, der mein Gatte ist, hat das Rätsel gelöst und das Leben gefunden, das ich leben kann. Ich brauche nicht kalt und streng an seiner Seite zu gehen und ihn an Reue und Buße zu mahnen. Armut und Not und strenge Arbeit werden das schon zur Genüge tun. Die Wege, die zu den Armen und Kranken führen, kann ich ohne Sünde wandeln. Ich fürchte mich nicht mehr vor dem Leben hier oben im Norden. Machen Sie ihn aber nicht reich, Frau Majorin, denn dann kann ich nicht bei ihm bleiben.«
Die Majorin richtete sich im Bette auf. »Alles Glück verlangt Ihr für Euch«, rief sie und drohte mit der geballten Faust, »alles Glück und allen Segen. Nein, die Kavaliere sollen Ekeby haben, damit sie zugrunde gehen. Mann und Weib sollen voneinander getrennt werden, damit sie zugrunde gehen. Eine Hexe, eine Zauberin bin ich, und ich will Euch zu allem Bösen anstacheln. So wie mein Ruf ist, so will ich auch sein!«
Sie nahm den Brief und schleuderte ihn Gösta ins Gesicht. Das schwarze Papier flatterte zur Erde. Gösta kannte es sehr wohl.
»Du hast dich gegen mich versündigt, Gösta. Du hast die verkannt, die dir eine zweite Mutter gewesen ist. Wagst du es, dich zu weigern, deine Strafe aus meiner Hand hinzunehmen? Du sollst Ekeby annehmen, und es soll dein Verderben werden, denn du bist schwach. Du sollst deine Frau nach Hause senden, daß du niemand