hast, der dich erretten kann. Du sollst mit einem Namen sterben, der ebenso verhaßt ist wie der meine. Von Margarete Celsing wird es nach ihrem Tode heißen, daß sie eine Hexe, eine Zauberin war, von dir soll es heißen: er war ein Verschwender, ein Bauernschinder!«

Sie sank in ihre Kissen zurück, und alles ward still. Da erklang durch die Stille der Nacht ein dumpfer Schlag, dann folgte ein zweiter und ein dritter. Der Stangeneisenhammer hatte sein dröhnendes Werk begonnen.

»Horch!« sagte Gösta Berling. »So klingt Margarete Celsings Nachruhm! Das sind nicht die Scherze betrunkener Kavaliere. Es ist die Siegeshymne der Arbeit, die zu Ehren einer alten, treuen Arbeiterin angestimmt wird. Dank! sagt sie, Dank für gute Arbeit, Dank für das Brot, das du den Armen gegeben, Dank für die Wege, die du gebahnt, Dank für die Wohnungen, die du gebaut, Dank für die Freude, der du deine Säle geöffnet hast! – Dank, sagt sie, ruhe in Frieden, dein Werk soll leben und bestehen. Dein Heim soll stets eine Freistätte für die glückbringende Arbeit sein! – Dank! sagt sie, und verurteile uns nicht, die wir geirrt haben Du, die du jetzt die Reise in das Heim des Friedens antrittst, gedenke unser, die wir noch leben, mit milden Gedanken.«

Gösta schwieg. Der Hammer aber fuhr fort zu reden. Alle Stimmen, die gut und liebevoll mit der Majorin geredet hatten, vermischten sich mit dem Hammerklang. Nach und nach wich die Spannung aus ihren Zügen; sie erschlafften, und es war, als breite der Tod seine Schatten über sie aus.

Anna Lisa trat ein und meldete, daß die Herren aus

Högfors da seien. Die Majorin schickte sie fort; sie wollte kein Testament machen.

»Gösta Berling, du Mann der Tat, so hast du also noch einmal gesiegt. Neige dich zu mir herab, damit ich dich segnen kann.«

Das Fieber kehrte mit verdoppelter Gewalt zurück. Der Todeskampf begann. Der Körper hatte noch schwere Leiden durchzukämpfen, die Seele aber wußte gar bald nichts mehr davon. Sie begann in die Himmel zu schauen, die sich den Sterbenden öffnen.

So verging eine Stunde, dann war der schwere Todeskampf beendet. Da lag sie so friedlich und schön, daß die Umstehenden tiefbewegt waren.

»Meine liebe alte Majorin,« sagte Gösta Berling, »so habe ich dich schon einmal gesehen. Jetzt ist Margarete Celsing wieder ins Leben zurückgekehrt. Jetzt soll sie der Majorin von Ekeby nie wieder weichen.«