Ach, Gösta Berling! Du Stärkster und Schwächster unter den Menschen!
La cachucha
Streitroß, Streitroß! Du altes, das jetzt auf dem Felde grast. Gedenkst du deiner Jugend?
Gedenkst du des Schlachtentages, mutiges Roß? Du sprengtest voran, als trügen dich Flügel, deine Mähne flatterte über dir gleich wehenden Gluten, Blut und Schaum bedeckten deine schwarzen Flanken. In goldverziertem
Zaum sprangst du dahin, das Feld erdröhnte unter deinem Hufschlag. Du zittertest vor Wonne, du mutiges Roß. Ach, wie schön du warst!
Über dem Kavalierflügel liegt graue Dämmerung. In dem großen Zimmer stehen die rot angestrichenen Kisten der Kavaliere an den Wänden, und ihre Sonntagskleider hängen in der Ecke. Der Schein aus dem Kamin fällt auf die weißgetünchten Wände und die gelb gewürfelten Gardinen, die die Alkoven in der Wand verbergen. Der Kavalierflügel ist kein königliches Gemach, kein Serail.
Aber Liliencronas Violine ertönt dort. Er spielt la cachucha in der Dämmerstunde.
Wieder und wieder spielt er sie.
Zerschneidet die Saiten, zertrümmert den Bogen! Weshalb spielt er diesen verdammten Tanz? Weshalb spielt er ihn gerade jetzt, wo Örneclou, der Fähnrich, im Bett liegt, von den heftigsten Gichtschmerzen geplagt, so daß er sich nicht rühren kann? Nein, entreißt ihm die Violine, werft sie gegen die Wand, wenn er nicht aufhören will!