Hier brach der Pfarrer ab, er stellte sich gerade vor die Pfarrerstochter hin und sah sie an.

»So eine, wie diese da,« sagte er nachdenklich »könnte ich natürlich nie bekommen, wenn ich in Finnerud bliebe.«

Es war ganz deutlich, er fand sie schön. Aber weiter auch nichts. Er sah sie nur an wie ein lebloses Bild. Nicht einmal die Stiefmutter hätte die geringste Spur von Zärtlichkeit in seinem Blick, der solange auf ihr ruhte, entdecken können.

Gleich darauf sprach er auch schon wieder von seinen Sorgen und Kümmernissen.

»Als der alte verwitwete Propst Cameen in Sjöskoga im letzten Sommer starb und das Pastorat frei wurde, fiel mir ein, ich könnte mich ja darum bewerben. Ich dachte, ich könnte meiner Mutter die Freude machen, mich zu melden, denn es war absolut keine Gefahr da, daß ich die Stelle bekommen würde. Sjöskoga ist von jeher immer einem alten Professor oder einem alten Schulrat, der sich direkt an den König wendete, gegeben worden, und außerdem hätte ich auch gerne gewußt, was meine Bauern in Finnerud für Gesichter machen würden. Aber jedenfalls reiste ich hauptsächlich aus Mutwillen mit meinen Papieren hinunter nach Karlstadt.

Während der Fahrt wurde ich immer unschlüssiger. Ach, die Leute würden mich vielleicht auslachen und sagen, es sei doch zu unverschämt von einem Finnenkaplan, sich für diese große Pfarrei zu melden! Aber dann dachte ich, da ich nun doch schon unterwegs sei, könne ich ebenso gut vollends nach Karlstadt reisen. Ich wollte auch meine Papiere gar nicht herausholen, bis ich erfahren hätte, wer sich sonst noch gemeldet hatte.

Die Reise dauerte länger, als ich angenommen hatte, und ich erreichte die Stadt gerade nur eine Stunde vor dem Ablaufen des Meldungstermins. Ich hatte eben noch Zeit, das Pferd unterzubringen, dann mußte ich eiligst aufs Konsistorium. Auf der Treppe, die zur Kanzlei hinaufführte, bereute ich die ganze Sache abermals und wollte lieber noch warten.

Aber der Konsistorialsekretär war ja mein guter Freund, und da ich nun doch einmal da war, wollte ich

ihn auch begrüßen. Sjöskoga aber wollte ich gar nicht erwähnen. Ich konnte ja sagen, ich sei nach Karlstadt gekommen, um mit meiner Mutter zusammenzutreffen.

Doch kaum hatte ich den Kopf zur Tür hereingesteckt, als der Konsistorialsekretär mir auch schon entgegenrief: ‘Da kommt doch endlich einer, der sich um Sjöskoga bewerben will! Während der ganzen Meldungszeit habe ich auf dich gewartet.’