Da erzählte Sven seine Geschichte: Auf einem großen Hof in Näset drunten war Tanzgesellschaft gewesen, und

Sven war auch dabei. Aber es wurde nur auf einem sehr alten, verstimmten Klavier aufgespielt, und so kam kein rechtes Leben in den Tanz. Da nahm Sven seine Geige zur Hand, und dann wurde es bald anders. Die Jungen und die Alten tanzten nach Herzenslust, und so oft Sven aufhören wollte, klatschten sie in die Hände, stampften auf den Boden und riefen ihm zu, er müsse wieder anfangen. Aber es nahm ein schreckliches Ende. Eine von den Töchtern des Hauses hatte zu eifrig getanzt. Mitten im wildesten Tanz wurde sie plötzlich ganz schwer im Arm ihres Tänzers, und dann sank sie zu Boden und war tot.

Altringer sagte, er begreife wohl, daß dies schwer für Sven war, meinte aber doch, darum brauchte die Laufbahn eines jungen Mannes nicht zu Ende sein.

»Er muß darüber wegkommen, Sven«, sagte er. »Meiner Ansicht nach hat der, der mit ihr tanzte, die meiste Schuld.«

»Ach nein,« entgegnete Sven, »ich, ich hab’ sie zum Tanzen gezwungen. Den ganzen Abend hab’ ich nur für sie gespielt. Es war gar so schön, wenn sie tanzte. Sie war lebhaft und leicht wie eine Feuerflamme. Und sie tanzte nur für mich, wie ich auch nur für sie spielte.«

Altringer zuckte die Achseln.

»Das sind nur Grillen, versteht Er. Es ist vielleicht nicht verwunderlich, daß Er jetzt, gleich nachher, so denkt, aber in der nächsten Woche schicke ich Ihn ins Ausland, dann wird es schon vorübergehen.«

»Nein, Herr Altringer, es geht nicht vorüber. Wohin mich der Herr Hüttenbesitzer auch schicken mag, nie werde ich vergessen können, daß ich mit meinem Spiel einen Menschen in den Tod geschickt habe.«

Altringer sah Sven noch einmal fest an und fragte: »Hat Er sie liebgehabt?«

»Ja«, antwortete Sven; »ich hatte an demselben Abend um sie gefreit.«