Nun sagte Altringer kein Wort mehr davon, daß Sven ins Ausland reisen solle.

»Er soll jetzt so lange Verwalter auf Henriksberg bleiben, bis dies vergessen ist«, entschied er. »Zwar glaube ich nicht, daß Er alles kann, was nötig ist, um die Stelle auszufüllen, aber Er wird es wohl lernen können, und überdies weiß ich ja, daß ich mich auf Ihn verlassen kann.«

Auf diese Weise war es also zugegangen, daß Sven Liljecrona sein Geigenspiel aufgegeben und dafür Hüttenverwalter geworden war.

Maja Lisa hatte schweigend zugehört, ohne den Pfarrer ein einziges Mal zu unterbrechen. Ach, es kam ihr ganz merkwürdig vor, daß sie nun den bald sehen sollte, der so Trauriges erlebt hatte und der eine so tiefe Liebe dauernd bewahren konnte!

Eine ganze Weile brachte sie kein Wort heraus; dann aber wendete sie sich plötzlich an Pastor Liljecrona und fragte, ob sein Bruder dunkel sei.

»Ja, gewiß, schwarz wie die Nacht.«

Gleich nachher fiel ihr ein, daß dies eine recht dumme Frage gewesen war. Aber während Pastor Liljecrona von seinem Bruder sprach, hatte sie sich immerfort gefragt, ob er nicht vielleicht wie der große dunkle Schmied von Henriksberg aussehe? Hatte nicht dieser ebenso tieftraurige Augen gehabt? Sie konnte nicht sagen, warum, aber die beiden waren in ihren Gedanken zu einer Person zusammengeschmolzen.

Und auch jetzt, während der Schmied dort drüben am Schrank stand und eine lustige Polka spielte, wurde es ihr schwer, sich von dem Gedanken frei zu machen, daß er nicht der sei, der alles, was ihr vorhin mitgeteilt worden war, durchgemacht hatte.

Er war an ihnen vorbeigefahren, als sie mit Pastor Liljecrona auf der Straße draußen spazierenging, gerade als die Dämmerung richtig hereinbrach und sie vom Hineingehen gesprochen hatten. Der Schlitten war so rasch an ihnen vorübergeeilt, daß sie nicht erkennen konnten, wer darin saß. Pastor Liljecrona hatte geglaubt, es sei sein Bruder von Henriksberg, der sich endlich einstellte. Maja Lisa aber hatte gemeint, der schwarze Schmied sitze im Schlitten; sie hatte aber nichts gesagt.

Und ganz richtig! Als sie auf den Hof zurückkamen, stand der Hausherr auf der Treppe und berichtete, es sei ein Mann von Henriksberg gekommen mit dem Bescheid, der Verwalter könne seinen Bruder heute nicht mehr in Svansskog treffen. Statt dessen bringe er einen Brief. Ja, der Mann sei eben mit dem Pferd im Stall drüben, falls der Herr Pfarrer mit ihm sprechen wolle.