Während die Kleine so dem Tanze zusah, fühlte sie sich noch geneigter als bisher, das zu glauben, was der lange Bengt behauptete. Er war der letzte, der die Raclitza gesehen hatte, und er war ihr am Samstagabend ganz spät drunten auf den Svartsjöer Wiesen begegnet. Sie habe ganz irr und wirr ausgesehen, genau wie an jenem Tage, wo sie sich zum erstenmal gezeigt hatte, und er behauptete aufs bestimmteste, ja, er wollte gleich darauf schwören, er habe sie in den Svartsjöbach hineinsteigen sehen.
Vielleicht, dachte die Kleine, waren nun die richtigen Hausgeister froh, daß die kalte, falsche Wasserfrau keine Macht mehr über Lövdala hatte.
Nein, wie wundervoll sie tanzten! Warum lag man nur drinnen in den Stuben und verschlief die hellen
Nächte? Warum tanzte man nicht auch auf dem grünen Rasen? Warum war man nicht selbst so leicht und lustig, warum hatte man so viel Kummer, den man nie abwerfen konnte?
Da plötzlich hörte die Kleine im Hause drinnen ein dumpfes Geräusch wie von einem schweren Fall, und eilig lief sie in den Flur zurück.
Sie lauschte, vernahm aber nichts mehr. Doch war sie ganz sicher, daß das Geräusch aus dem westlichen Zimmer, dem Zimmer des Pfarrers, gekommen war.
So rasch sie konnte, lief sie zu Mamsell Maja Lisa hinein und sagte, sie solle doch aufstehen, dem Herrn Pfarrer müsse etwas geschehen sein.
Die Pfarrerstochter warf hastig ein paar Kleidungsstücke über und fragte währenddessen, was denn geschehen sei. Die Kleine berichtete mit fliegendem Atem, sie habe von der Freitreppe aus zwei kleine Gestalten tanzen sehen, und dann habe sie plötzlich droben im Zimmer des Herrn Pfarrers einen dumpfen Fall gehört.
Da wurde die Pfarrerstochter todesblaß.
»Diese beiden zeigen sich nur, wenn Lövdala einen neuen Herrn bekommen soll«, sagte sie; »aber ich glaube, bis jetzt hat sie noch kein Mensch jemals tanzen sehen.«