Da wendete sich die Pfarrfrau an die alte Haushälterin und sah sie verdutzt an.

»Ich denke, die Frau Pfarrer weiß, daß das Gesinde während der Weihnachtsfeiertage nicht zu spinnen pflegt«, sagte die Haushälterin. »Da pflegen wir frei zu haben und dürfen für uns selbst arbeiten. Und die Frau Pfarrer weiß auch, wenn wir zum Herrn Pfarrer gehen und ihn fragen, so sagt er, wir sollen es so haben, wie es früher gewesen ist. Jetzt haben wir den ganzen Morgen gesponnen, weil Mamsell Maja Lisa uns gebeten hatte, der Frau Pfarrer zu Willen zu sein; aber nun hören wir auf, weil wir sehen, daß die Frau Pfarrer trotzdem gerade wie sonst gegen sie ist.«

Als dies gesagt war, hoben die Haushälterin und alle fünf Mägde und die Einliegerin ihre Spinnrocken auf, um sie aus der Küche hinauszutragen.

Aber die Pfarrfrau sprang auf und stellte sich vor die Küchentür.

»Mit meinem Willen kommt kein einziges Spinnrad zur Küche hinaus«, sagte sie.

Doch die alte Haushälterin fühlte, daß sie das Recht auf ihrer Seite hatte; ohne Zögern trat sie auf die Pfarrfrau zu, und es sah aus, als sollte sich im nächsten Augenblick etwas Schreckliches ereignen.

Aber siehe! statt dessen geschah etwas ganz Unerwartetes.

Die Pfarrfrau ließ ihre Augen umherlaufen, wie um zu entdecken, ob ihr jemand zu helfen gewillt sei, und da fiel ihr Blick auf die Kleine. Aber als sie sah, daß das Mädchen sie ganz entsetzt anstarrte, wie wenn sie eine Hexe sähe, war sie plötzlich wie umgewandelt.

Sie trat von der Tür zurück, gerade in dem Augenblick, wo die Haushälterin nur noch einen Schritt von ihr entfernt war.

»Recht soll Recht bleiben«, sagte sie. »Wenn es so ist, wie Kajsa sagt, und ihr an Weihnachten frei habt, dann soll es jetzt auch so sein. Aber ihr hättet wohl hübsch ordentlich mit mir reden können, anstatt so auf euer Recht zu pochen.«