Aber nach einiger Zeit wurde Vater sonderbar still;

er wendete sich nach der Mutter um und sah sie lange unverwandt an. Dann starrte er wieder lange vor sich hin, und da sah er plötzlich alt und müde aus.

Wieder nach einer Weile merkte ich, daß Vater jetzt auch mich lange und betrübt ansah. Es war, als wolle er mir ganz bis auf den Grund meines Herzens sehen.

Dann sagte er plötzlich: ‘Du wirst deiner Mutter sehr ähnlich’, und er nahm meine Hand zwischen seine beiden und streichelte sie ganz sachte.

Es war, als wollte mich der gute Vater beruhigen und mich fröhlich machen. Und ich dachte: ‘Der Herr Vater versteht, daß ich es nicht mit Absicht getan habe; er weiß, daß ich nicht so bin.’

Er behielt meine Hand in der seinigen, bis wir zu Hause ankamen. Aber er beugte sich immer weiter vor, und als wir daheim waren, sank er ganz zusammen und machte keinen Versuch, auszusteigen, als Mutter und ich aufstanden. Ich glaubte, er sei tot.

Aber so schlimm war es doch nicht, obgleich es wohl nahe genug daran gewesen war.«

Hier machte die Pfarrerstochter eine Pause. Ihre Stimme bebte, und sie brauchte Zeit, sich zu beruhigen, ehe sie weitersprechen konnte.

»So, nun weißt du, wie es mir hier geht«, sagte sie dann. »Die Stiefmutter mag mit mir machen, was sie will, ich kann bei Vater nicht klagen, denn ich fürchte, der Schlag könnte ihn dann wieder treffen wie damals, als er vom Brobyer Markt nach Hause fuhr und an unseren Unfrieden dachte.«

»Aber sieht er es denn nicht selbst?«