Sie sagte, es sei ja sehr schön, daß sich die liebe Frau Raclitz mit der Braut zufrieden zeige, sie selbst aber habe das Gefühl, es werde alles mißglücken, wenn man die Braut nicht dazu bringen könne, ein anderes Gesicht aufzusetzen. Wenn die Braut aussehe, als müsse sie zum Schaffot schreiten, dann sei es wirklich keine Freude, sie zu putzen.

Da wandte sich die Braut heftig ab und sagte ein paar Worte, die man kaum verstehen konnte. Aber sie

lauteten: Wenn Mamsell Maja Lisa nicht auch bei der Hochzeit sei, mache sie sich gar nichts aus all dem Putz, den man ihr anziehe. Tausendmal habe Maja Lisa ihr versprochen, zur Hochzeit zu kommen, um sie in ihrem Brautstaat zu sehen.

Jetzt mischte sich Ulla Moreus darein; sie hatte eine frohe, frische Stimme, wie die Leute sie zu haben pflegen, die gerne eingreifen und alles gutmachen wollen.

Sie sagte, Maja Lisa werde die Großmutter wohl eine Weile allein lassen können, man könnte ja leicht einen Wagen nach ihr schicken, es sei gar nicht so weit.

Ja, auch die alte Mutter Moreus legte ein bittendes Wort ein.

»Maja Lisa und Britta sind miteinander in den Konfirmationsunterricht gegangen und seither immer innig befreundet gewesen«, sagte sie.

Die Antwort der Pfarrfrau fiel nicht allzu freundlich aus.

»Na ja, meine Liebe«, versetzte sie. »Es gibt gewiß im ganzen Kirchspiel nicht ein einziges Mädchen, mit dem Maja Lisa nicht innig befreundet wäre.«

Damit warf sie den Kopf in den Nacken und verließ die Giebelstube, und die andern wagten nichts mehr zu sagen.