Nun, da er sie gefunden hatte, sollten sie seine Predigt hören. Und er sprach und zertrümmerte ihre Freude und schreckte sie mit dem furchtbaren künftigen Leben, so daß sie vermeinten, niemals mehr den Fuß zum Tanze heben zu können.
„Tanzet nun, wenn es euch gelüstet,“ sagte der Pfarrer, „tanzet nun, ihr wißt jetzt, wohin ihr tanzet.“
Einige schlichen sich stumm von dannen, andre standen verlegen da und suchten sich tapfer zu halten, sie begannen aber bald leise zu schluchzen. Ein Dirnlein, das eben noch am wildesten getanzt hatte, fiel auf die Knie und küßte die Hand des Pfarrers.
Keiner wagte ihm zu widersprechen, außer Tora. Sie, der sonst immer bange war, kam breit und ihrer Sache sicher heran. „Pfarrer,“ sagte sie, „hier haben wir jeden Sonntagabend getanzt, alle diese Jahre, und doch ist dies ein Haus Gottes. Du sollst hören, wie Gott heute seinen Segen über mich ergossen hat.“
„Du Hexe,“ sagte der Pfarrer, „willst du schweigen! Was an Segen zu dir kommt, das ist des Teufels Segen. Heute abend rede ich zu Menschen, die sich bekehren und bessern können. Mit dir rechne ich ein andermal ab.“
Damit ging der Pfarrer, und in der Hütte herrschte große Betrübnis. Arild versuchte ein paar Striche auf der Geige, aber er legte sie gleich wieder fort. Die meisten von denen, die getanzt hatten, gingen heim.
Tora saß wieder am Herde, sie warf neue Scheite in die Glut und schien ebenso froh wie zuvor. Einige, die sahen, daß sie den Mut nicht verloren hatte, gingen auf sie zu und begannen, übel vom Pfarrer zu sprechen.
„Luthers Lehre hat Herrn Ane wild und toll gemacht,“ sagte ein Bauer. „Früher, als er noch dem Papste zugehörte, durfte man sogar im Pfarrhof tanzen.“
„Er ist nicht so gut, wie er sich stellt, weißt du, Tora,“ sagte ein andrer.
„Tut er mir etwas, dann werde ich schon erzählen, wie er zu seinem Gelde gekommen ist,“ sagte Tora.