Als die Natter diese Antwort vernahm, hob sie den Kopf einen vollen Fuß hoch vom Boden auf und zischte ganz entsetzlich. „Wisch, wasch! Wisch, wasch!“ sagte sie. „Wie schade, daß jemand, der solche Waffen erhalten hat, zu feige ist, sie zu gebrauchen.“

Als die Kreuzotter dieses hörte, wurde sie auch zornig. „Krieche deines Weges weiter, alter Hilflos!“ zischte sie. „Das Gift läuft mir schon in die Zähne; aber ich möchte dich lieber verschonen, da du ja doch als ein Stammesgenosse von mir betrachtet wirst.“

Aber die Natter rührte sich nicht; und eine gute Weile lagen die Schlangen, einander anzischend und sich gegenseitig Grobheiten ins Gesicht schleudernd, auf demselben Fleck. Als aber Kryle so zornig war, daß sie nicht mehr zischen, sondern nur noch züngeln konnte, schlug die Natter plötzlich einen andern Ton an.

„Ich hatte eigentlich noch einen zweiten Auftrag für dich,“ sagte sie und ließ ihre Stimme zu einem sanften Flüstern sinken. „Aber jetzt hab ich dich wohl so erzürnt, daß du keine Lust mehr hast, mir zu helfen.“

„Wenn du nur nichts Unsinniges von mir verlangst, dann stehe ich dir gern zu Diensten.“

„In den Fichten bei meinem Wassertümpel,“ sagte die Natter, „wohnt ein Schmetterlingsvolk, das in den Nächten des Spätsommers umherfliegt.“

„Ich weiß schon, welche du meinst,“ sagte Kryle. „Was ist mit ihnen?“

„Sie sind das kleinste Insektenvolk,“ sagte Hilflos, „und dazu auch das unschädlichste von allen, weil ihre Raupen sich von nichts als Tannennadeln ernähren.“

„Das weiß ich wohl,“ sagte Kryle.