„Ich habe Angst, daß dieses Schmetterlingsvolk bald vollständig ausgerottet wird,“ fuhr die Natter fort. „Im Frühjahr werden die Raupen von gar so vielen weggeschnappt.“

Nun verstand die Kreuzotter die Absicht der Natter. Diese wollte die Raupen offenbar für sich allein behalten, und so antwortete sie freundlich: „Soll ich den Eulen sagen, sie sollen diese Tannenraupen in Frieden lassen?“

„Ja, es wäre mir lieb, wenn du dieses auswirken könntest; du hast ja hier im Walde etwas zu sagen,“ antwortete Hilflos.

„Vielleicht kann ich auch bei den Drosseln ein gutes Wort für die Nadelfresser einlegen,“ sagte die Kreuzotter. „Ich tue dir gern einen Gefallen, wenn du nichts Unsinniges verlangst.“

„Jetzt hast du mir ein gutes Versprechen gegeben, Kryle,“ sagte Hilflos, „und ich bin sehr froh, daß ich zu dir gekommen bin.“

[Die Nonnen]

Mehrere Jahre später schlief Karr eines Morgens auf dem Hausflur. Es war im Frühsommer, zur Zeit der kurzen Nächte, und tageshell, obgleich die Sonne noch nicht aufgegangen war. Da erwachte Karr davon, daß ihn jemand beim Namen rief. „Bist du es, Graufell?“ fragte er; denn der Elch kam beinahe jede Nacht, ihn zu begrüßen. Karr erhielt keine Antwort, aber wieder hörte er, daß ihn jemand rief. Diesmal glaubte er Graufells Stimme deutlich zu erkennen, und er lief dem Tone nach.

Karr hörte, daß der Elch vor ihm herlief, konnte ihn aber nicht erreichen. Ohne auf Weg oder Steg zu achten, stürmte der Elch mitten durchs Dickicht hindurch in den dichtesten Nadelwald hinein, und Karr konnte die Spur nur mit großer Mühe verfolgen.

„Karr, Karr!“ ertönte es wieder. Und die Stimme war sicher Graufells, aber mit einem Beiklang, den der Hund noch nie vernommen hatte.

„Ich komme, ich komme! Wo bist du?“ antwortete Karr.