„Bist du nicht das Tier, das man Hilflos heißt,“ sagte der Hund verächtlich.
„Ich bin im Walde alt geworden,“ erwiderte die Natter, „und ich weiß, wie solches Ungeziefer vertilgt werden muß.“
„Wenn du das könntest,“ sagte Karr, „dann wird dir sicher niemand dein Verlangen weigern.“
Nachdem Karr dies gesagt hatte, schlüpfte die Schlange unter eine Baumwurzel, und erst, als sie wohlbeschützt in einem engen Loch lag, setzte sie die Unterredung fort. „Nun, dann grüße Graufell von mir,“ rief sie, „und sag ihm, wenn er aus dem Friedenswalde fortziehen und nicht Rast machen wolle, bis er hoch in den Norden gezogen sei, wo keine Eiche mehr im Walde wächst, und auch versprechen wolle, nie wieder zurückzukehren, solange die Natter Hilflos lebt, dann werde der alte Hilflos über das Ungeziefer, das jetzt auf den Nadelholzbäumen herumkriecht und sich an ihren Nadeln mästet, Krankheit und Tod schicken.“
„Was sagst du da?“ fragte Karr, während sich ihm vor Entsetzen die Haare auf dem Rücken sträubten. „Was hat dir denn Graufell zuleide getan?“
„Er hat die umgebracht, die ich am liebsten hatte,“ antwortete die Schlange. „Und ich will mich an ihm rächen.“
Noch ehe die Natter ausgesprochen hatte, fuhr Karr auf sie los; aber sie lag wohlgeborgen unter der Baumwurzel.
„Bleib du nur da liegen, solang es dir gefällt!“ rief Karr schließlich. „Wir werden auch ohne deine Hilfe Herr über die Tannenraupen werden.“
Am nächsten Tage ging der Gutsbesitzer mit dem Waldhüter durch den Wald. Karr lief im Anfang neben ihnen her, aber nach einer Weile verschwand er, und bald nachher ertönte ein heftiges Bellen aus der Tiefe des Waldes heraus. „Da ist Karr wieder auf der Jagd,“ sagte der Gutsbesitzer.