„Wie merkwürdig, daß ihr es nicht hört!“ sagte sie dann. „Irgend etwas schleicht hier herum.“ Aber die andern wollten durchaus nichts gehört haben.
Nachdem die Alte schon allerlei Geschichten von Eriksberg, Vibyholm, Julita, Lagmansö und noch von verschiedenen andern Orten erzählt hatte, fragte einer, ob denn auf Groß-Djulö nie so etwas Merkwürdiges passiert sei.
„O doch,“ sagte die Alte, „von da erzählt man sich auch allerlei.“
Und nun wollten natürlich alle sogleich die Geschichten von ihrem eignen Gute hören.
Und die Frau erzählte, auf einem Hügel, nördlich von Groß-Djulö, da wo jetzt nur noch Wald sei, habe einst ein Schloß gestanden, vor dem sich ein herrlicher Garten ausbreitete. Dann sei einmal ein Mann, den man allgemein den Herrn Karl genannt und der zu jener Zeit ganz Sörmland regiert habe, auf das Schloß gekommen. Nachdem er gegessen und getrunken hatte, sei er in den Garten hinausgegangen und habe in tiefe Gedanken versunken lange über den Groß-Djulöer See und dessen schöne Ufer hingeschaut. Aber während er so dastand und sich an dem, was er sah, erlabte und im stillen dachte, es gebe doch kein schöneres Land als Sörmland, hörte er plötzlich hinter sich jemand einen tiefen Seufzer ausstoßen. Rasch drehte er sich um, und da sah er einen alten tief über seinen Spaten gebeugten Tagelöhner.
„Hast du so traurig geseufzt?“ fragte Herr Karl. „Worüber hast du denn zu seufzen?“
„Ach, ich darf schon seufzen, wenn ich tagaus, tagein hier so schwer arbeiten muß,“ antwortete der Tagelöhner.
Aber Herr Karl war von heftiger Gemütsart, und er konnte es nicht leiden, wenn die Leute sich beklagten.
„Hast du sonst über nichts zu klagen?“ rief er. „Ich sage dir, ich wollte ganz zufrieden sein, wenn ich mein Lebenlang Sörmlands Boden umgraben dürfte!“
„Möge es dem gnädigen Herrn so gehen, wie Er sich wünscht!“ antwortete der Tagelöhner.