Jetzt leuchtete der Bauer mit seiner Laterne hinein, und da sah er, daß die ganze Tenne voll von schlafendem Vieh lag. Kein Mensch war zu sehen. Die Tiere waren nicht angebunden, sie hatten sich auf dem Stroh niedergelegt, wie es eben ging.

Der Bauer wurde zornig über diese uneingeladenen Gäste; er begann zu rufen und zu schelten, um sie zu wecken und hinauszujagen. Aber die Tiere blieben ganz still liegen, wie wenn sie sich durchaus nicht stören lassen wollten. Ein einziges erhob sich, ein altes Pferd, und kam ruhig auf den Bauern zu.

Und plötzlich verstummte der Bauer. Schon am Gang erkannte er dieses Tier. Er hob die Laterne, das Pferd kam zu ihm heran und legte ihm den Kopf auf die Schulter.

Liebevoll streichelte ihm der Bauer die Nase. „Mein altes gutes Pferd! Alter guter Kerl!“ sagte er. „Was haben sie mit dir gemacht? Jawohl, mein alter Freund, ich werde dich kaufen. Du sollst nie wieder vom Hofe hier vertrieben werden, und du sollst es so gut haben, wie du dir nur wünschen kannst, mein guter Alter. Die andern, die du mitgebracht hast, dürfen hier übernachten, du aber kommst mit mir in den Stall. Jetzt darf ich dir so viel Hafer geben, als du nur fressen kannst, ohne daß ich ihn stibitzen muß. Du wirst wohl auch noch nicht ganz zugrunde gerichtet sein. Das schönste Pferd auf dem Kirchplatz, das wirst du wieder sein. Ja, wie einst! So, so, mein gutes Tier, so so!“


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Der Eisgang]

Donnerstag, 28. April

Am nächsten Tag war wunderschönes Wetter. Es blies allerdings noch ein tüchtiger Westwind; aber darüber freute man sich nur, denn er trocknete die von dem gestrigen Regen aufgeweichten Wege.