„Es wird doch nicht gefährlich sein?“ fragte der Student hastig.
„Irgend ein Herzleiden. Er hat einen schlimmen Anfall gehabt, der sich jederzeit wiederholen kann. Der Doktor meint, er habe irgend einen schweren Kummer, und seine Wiederherstellung hänge davon ab, ob man ihn von dieser Sorge befreien könne.“
Kurz darauf trat der Student bei dem Kranken ein. Dieser lag bleich und matt in seinem Bett und war nach dem schweren Anfall noch gar nicht wieder recht zu sich gekommen.
„Ich komme, wegen deines Buches mit dir zu reden,“ begann der Student. „Es ist ein ausgezeichnetes Werk; ich habe selten so etwas Schönes gelesen.“
Der ewige Student richtete sich in seinem Bette auf und sah den andern mit großen Augen an. „Warum warst du dann heute nachmittag so sonderbar?“ fragte er.
„Ich war in schlechter Laune, weil ich in dem Tentamen durchgefallen bin, und ich glaubte auch nicht, daß du dir so viel aus meinem Urteil machen würdest,“ sagte der Student. „Aber dein Buch hat mir ausnehmend gut gefallen.“
Der Kranke sah den andern forschend an und war immer fester überzeugt, daß ihm dieser etwas verheimlichen wollte. „Du sagst das nur, weil ich krank bin und du mich nun trösten möchtest.“
„Ganz gewiß nicht. Es ist eine ausgezeichnete Arbeit, ich versichere es dir.“
„Hast du es wirklich nicht vernichtet, wie ich dir gesagt hatte?“
„So verrückt bin ich nicht.“