Der Junge selbst hatte an dergleichen nicht im entferntesten gedacht. Er lag da zwischen den Dotterblumen und schaute zum Himmel hinauf, als er plötzlich Bataki mitten zwischen den dahinziehenden Wolken entdeckte. Der Junge hätte sich am liebsten vor dem Raben versteckt; aber Bataki hatte ihn schon gesehen, und im nächsten Augenblick stand er auch mitten in den Dotterblumen und redete Nils Holgersson an, wie wenn er und der Junge immer die besten Freunde gewesen wären.

Und so düster und feierlich Bataki auch aussah, der Junge merkte doch, daß ihm der Schelm im Auge saß, ja, er hatte das Gefühl, der Rabe sei nur gekommen, sich auf irgend eine Weise über ihn lustig zu machen. Der Junge nahm sich deshalb vor, auf gar nichts einzugehen, was Bataki auch sagen möchte.

Bataki sagte, er habe nicht vergessen, daß er dem Jungen eine Genugtuung schuldig sei, weil er ihm nicht habe sagen dürfen, wo sich der Bruderteil befinde, und er wolle ihm jetzt dafür ein andres Geheimnis anvertrauen. Er wisse nämlich, wie einer, der so verzaubert worden sei wie der Junge, wieder ein Mensch werden könne.

Der Rabe war der festen Überzeugung gewesen, wenn er eine solche Lockspeise auswerfe, werde der Junge sogleich anbeißen. Dieser aber antwortete in abweisendem Ton, er wisse schon, daß er wieder ein Mensch werden könne, wenn es ihm gelinge, den weißen Gänserich wohlbehalten zuerst nach Lappland und dann wieder zurück nach Schonen zu führen.

„Aber wie du weißt, ist es gar nicht so leicht, einen Gänserich wohlbehalten durchs Land zu führen,“ entgegnete Bataki. „Da wäre es gar nicht so übel, wenn du noch einen andern Ausweg wüßtest, falls dir der eine nicht gelingen sollte. Wenn du es jedoch nicht wissen willst, dann halte ich meinen Schnabel.“

Da antwortete der Junge, er habe nichts dagegen, wenn ihm Bataki das Geheimnis mitteilen wolle.

„Und das will ich auch,“ sagte der Rabe, „doch erst im richtigen Augenblick. Setze dich auf meinen Rücken und komm mit auf einen Ausflug, dann werden wir sehen, ob sich vielleicht eine gute Gelegenheit bietet.“

Da wurde der Junge wieder mißtrauisch, und er wußte nicht recht, wie er mit Bataki daran war. „Du hast wohl den Mut nicht, dich mir anzuvertrauen,“ sagte der Rabe. Aber der Junge konnte durchaus nicht ertragen, wenn jemand meinte, er fürchte sich vor etwas; und so saß er im nächsten Augenblick auf dem Rücken des Raben.

Bataki trug ihn nach Uppsala und setzte ihn dort auf einem Dach ab. Hierauf befahl er ihm, sich recht umzuschauen und ihm dann zu sagen, wer wohl in dieser Stadt wohne und regiere.

Der Junge schaute über die Stadt hin. Sie war ziemlich groß und hatte eine herrliche Lage mitten auf einer weiten, fruchtbaren Ebene. Er sah viele vornehme, stattliche Häuser, und auf einem Hügel ragte ein festgemauertes Schloß mit zwei massiven Türmen auf.