„Vielleicht wohnt der König mit seinem Gefolge da,“ sagte der Junge.

„Du hast nicht gerade schlecht geraten,“ versetzte der Rabe. „Der Ort ist in alten Zeiten eine Königsstadt gewesen; aber jetzt ist es mit dieser Herrlichkeit vorbei.“

Noch einmal sah sich der Junge um. Da fiel ihm vor allem die schöne Domkirche auf, die mit ihren drei schlanken Türmen, mit ihren prächtigen Portalen und reichverzierten Mauern in der Sonne glänzte.

„Vielleicht wohnt hier ein Bischof mit seinen Pfarrern,“ sagte er.

„Das ist auch nicht gerade schlecht geraten,“ erwiderte der Rabe. „Es haben hier wirklich einmal Erzbischöfe gewohnt, die ebenso mächtig waren wie Könige, und auch jetzt noch hat ein Kirchenfürst seinen Sitz hier, aber er regiert auch nicht in dieser Stadt.“

„Dann weiß ich nicht, wen ich nennen soll,“ sagte der Junge.

„In dieser Stadt regiert die Wissenschaft,“ sprach der Rabe feierlich. „Die großen Gebäude, die du hier überall siehst, sind für sie und ihre Jünger eingerichtet.“

Der Junge wollte dies kaum glauben. Aber der Rabe sagte: „Komm nur mit, dann sollst du selbst sehen!“

Hierauf flog er mit dem Jungen davon, und sie sahen miteinander in die großen Häuser hinein. An mehreren Orten standen die Fenster offen, und der Junge konnte da und dort tief hineinschauen. Da sah er, daß der Rabe die Wahrheit gesprochen hatte.