Bataki zeigte ihm die große Bibliothek, die vom Erdgeschoß bis zum Dachfirst mit Büchern angefüllt ist; er führte ihn in das stolze Universitätsgebäude hinein und zeigte ihm die prächtigen Hörsäle. Dann flog er mit ihm an den alten Gebäuden vorüber, die das Gustavianum heißen; da konnte der Junge durch die Fenster ausgestopfte Tiere wahrnehmen. Sie flogen über das große Gewächshaus mit den vielen seltenen Pflanzen hin und schauten auf das Observatorium hinunter, wo das lange Fernrohr zum Himmel gerichtet war.

Sie flogen auch an vielen Fenstern vorüber; und der Junge sah da in Zimmer, wo die Wände ringsum von oben bis unten mit Büchern bedeckt waren, und wo alte Herren mit Brillen auf den Nasen eifrig lasen oder schrieben. Dann flogen sie an Giebelfenstern vorbei, wo die Studenten, auf ihren Sofas ausgestreckt, dicke Manuskripte vor sich hatten.

Schließlich ließ sich der Rabe auf einem Dache nieder. „Siehst du nun, daß ich die Wahrheit gesprochen habe, als ich dir sagte, in dieser Stadt regiere die Wissenschaft?“ sagte er. Und der Junge mußte zugeben, daß es sich so verhalte. „Wenn ich nicht ein Rabe wäre,“ fuhr Bataki fort, „sondern nur ein Mensch wie du, dann würde ich mich hier niederlassen. Ich würde dann Tag für Tag in einem Zimmer voll Bücher sitzen und alles lesen, was darin stünde. Hättest du nicht auch Lust zu so etwas?“

„Nein, ich glaube, ich würde viel lieber mit den Wildgänsen umherziehen,“ antwortete der Junge.

„Wie, möchtest du nicht ein Mensch werden, der die Krankheiten heilen kann?“ fragte der Rabe.

„Doch, das möchte ich vielleicht schon.“

„Möchtest du nicht ein Mensch werden, der alles weiß, was sich je in der Welt zugetragen hat, der alle Sprachen sprechen und einem sagen kann, welche Bahnen die Sonne, der Mond und die Sterne am Himmel beschreiben?“ fragte der Rabe.

„O ja, das könnte ja auch ganz unterhaltend sein.“

„Möchtest du nicht lernen, zwischen gut und böse zu unterscheiden, zwischen Recht und Unrecht?“