„Wenn die Sache nur gut abläuft!“ sagte Daunenfein.

„Ich fürchte, das wird nicht der Fall sein,“ versetzte die Schwester. „Ja, wenn mein Gänserich so groß und stark wäre wie der deinige, dann hätte ich auch Hoffnung auf Erfolg.“

„Soll ich den Gänserich Martin bitten, mit diesem fremden Raubvogel anzubinden?“ fragte Daunenfein.

„Das wäre mir freilich das allerliebste,“ erwiderte Flügelschön. „Du könntest mir gar keinen größeren Gefallen tun.“

Am nächsten Morgen war der Gänserich Martin schon vor der Sonne auf; er stellte sich auf die höchste Klippe und spähte nach allen Seiten umher. Bald tauchte im Westen ein großer dunkler Vogel auf, der auf die Insel zuflog. Er hatte ungeheuer große Flügel, und der Gänserich sah gleich, daß es ein Adler war. Er hatte keinen gefährlicheren Gegner als eine Eule erwartet und erkannte jetzt wohl, daß es das Leben galt. Aber es fiel ihm nicht ein, dem Kampf mit einem Vogel, der so viel stärker war als er, auszuweichen.

Jetzt schoß der Adler aus der Höhe herab und schlug seine Klauen in eine Möwe; aber ehe er mit ihr auffliegen konnte, stürmte der Gänserich heran.

„Laß die Möwe los!“ schrie er. „Und laß dich nie wieder hier blicken, sonst bekommst du es mit mir zu tun!“

„Was bist denn du für ein Prahlhans?“ sagte der Adler. „Es ist ein Glück für dich, daß ich nie eine Gans angreife, sonst wäre es bald um dich geschehen.“

Der Gänserich Martin glaubte, der Adler sei zu hochmütig, mit ihm zu kämpfen. Er ging darum wutschnaubend auf ihn los, biß ihn in den Hals und schlug ihn mit den Flügeln. Das konnte sich der Adler natürlich nicht gefallen lassen, und nun kämpfte er mit dem Gänserich, aber nicht einmal mit voller Kraft.