Aber jetzt wurde der Fischer aufmerksam. „Dann solltest du sie nicht bei dir behalten, Ola,“ sagte er. „Wenn sie nicht von Geburt daran gewöhnt ist, kann sie den Winteraufenthalt in so einem Lappenzelt gewiß nicht ertragen.“

„Sie bekommt gute Eltern und gute Geschwister in diesem Lappenzelt,“ fuhr Ola hartnäckig fort. „Alleinstehen ist schlimmer als frieren.“

Aber jetzt wurde der Fischer immer eifriger, die Sache zu verhindern. Es war, als könne er den Gedanken nicht ertragen, daß ein Kind, das schwedische Eltern hatte, bei den Lappen wohnen sollte.

„Hast du nicht gesagt, das Mädchen habe einen Vater in Malmberget?“

„Er ist tot,“ versetzte der Lappe kurz.

„Weißt du das aber auch ganz gewiß, Ola?“

„Was braucht man da noch zu fragen,“ erwiderte der Lappe verächtlich. „Hätten die beiden Kinder wohl nötig gehabt, allein durchs ganze Land zu ziehen, wenn ihr Vater noch am Leben wäre? Wäre es denkbar, daß zwei kleine Kinder selbst für sich hätten sorgen müssen, wenn sie einen Vater hätten? Hätte das Mädchen den schweren Gang zum Inspektor selbst machen müssen, wenn ihr Vater noch lebte? Meinst du, sie wäre dann jetzt auch nur einen einzigen Augenblick allein und verlassen, jetzt, wo das ganze Sameland davon spricht, was für ein gutes, mutiges Mädchen sie sei? Das Mädchen selbst meint freilich, ihr Vater sei noch am Leben, ich aber sage, er muß tot sein, es ist nicht anders möglich.“

Der Mann mit den müden Augen wendete sich dem Lappen zu. „Wie heißt sie, Ola?“ fragte er.

Der Lappe überlegte ein wenig, dann sagte er: „Ich weiß es nicht mehr, aber ich will sie fragen.“

„Sie fragen? Ja, ist sie denn schon hier?“