Während sie noch darüber sprachen, zog ein junges Mädchen eine Landkarte heraus, breitete sie auf ihren Knieen aus und studierte darin. Plötzlich schaute sie auf.
„Wenn ich das Jämtland so hier auf einer Karte sehe,“ sagte sie, „kommt es mir immer wie ein einziger großer Felsen vor. Ich warte immer darauf, daß mir jemand einmal erzählt, dieses Gebirge habe einst ganz aufrecht dagestanden und bis zum Himmel hinaufgereicht.“
„Das hätte wahrlich ein gewaltiger Berg sein müssen,“ sagte eines von den andern und lachte das junge Mädchen aus.
„Allerdings; aber deshalb ist er ja auch umgefallen. Hier, seht doch selbst! Es gleicht wahrhaftig einem richtigen hohen Berge mit breitem Fuß und spitzigem Gipfel.“
„Es paßt gar nicht so schlecht für ein Gebirgsland, wenn der ganze Gebirgsstock wie ein einzelner Berg aussieht,“ sagte wieder eines von den Umstehenden. „Ich habe zwar schon allerlei Sagen vom Jämtland gehört, aber doch noch nie …“
„Kennst du die Sage vom Jämtland?“ fiel ihm das junge Mädchen eifrig ins Wort. „Dann mußt du sie sogleich erzählen.“
„Und hier ist der allerbeste Platz zum Anhören, hier, wo wir gleich das ganze Land vor uns haben.“
Alle anderen stimmten mit dem jungen Mädchen überein; und ihr Gefährte ließ sich nicht lange nötigen, sondern begann sogleich seine Erzählung.