Die Wildenten waren müde, und die Seetaucher flogen an ihnen vorbei. „Habt es doch nicht so eilig!“ riefen ihnen die Enten zu. „Ihr fresset uns ja alles weg!“

„O es reicht gut für euch und uns!“ erwiderten die Seetaucher.

Doch ehe sie so weit gekommen waren, daß sie die Insel sehen konnten, wehte ihnen ein leichter Wind entgegen, der etwas mit sich führte, das wie große weiße Rauchwolken aussah, die wohl von irgend einer Feuersbrunst aufstiegen.

Als die Vögel die ersten Rauchwirbel daherwogen sahen, wurden sie ängstlich und verstärkten ihre Eile. Aber das, was wie Rauch ausgesehen hatte, wallte immer dichter heran, und schließlich hüllte es sie vollkommen ein. Kein Geruch machte sich bemerkbar; der Rauch war auch nicht schwarz und trocken, sondern ganz weiß und feucht, und der Junge erkannte bald, daß es nur Nebel war.

Als der Nebel so dicht wurde, daß man keine Spanne mehr vor sich sehen konnte, begannen die Vögel, sich ganz wie verrückt zu gebärden. Alle, die vorher in so guter Ordnung geflogen waren, fingen jetzt an, einander im Nebel zu necken und zu uzen. Sie flogen kreuz und quer, um einander irrezuführen.

„Nehmt euch in acht!“ riefen sie. „Ihr fliegt ja nur im Kreis herum! Auf diese Weise kommt ihr nie nach Öland!“

Alle wußten recht gut, wo die Insel lag, aber sie taten ihr möglichstes, die andern zu verwirren. „Seht doch die Eisenten!“ erscholl es aus dem Nebel heraus. „Sie fliegen in die Nordsee zurück!“

„Nehmt euch in acht, ihr Graugänse!“ schrie einer von einer andern Seite her. „Wenn ihr so weiter fliegt, kommt ihr nach Rügen hinunter!“

Es war, wie gesagt, keine Gefahr vorhanden, daß die fremden Vögel sich nach einer falschen Seite verlocken lassen würden. Wem es aber schwer gemacht wurde, das waren die Wildgänse. Die Schelme merkten bald, daß diese ihres Weges nicht so recht sicher waren, und taten alles, was sie konnten, sie irrezuführen.

„Wo wollt ihr hin, ihr guten Leute?“ rief ein Schwan. Und mit recht teilnehmendem, ernstem Ausdruck flog er gerade auf Akka zu.