Ich rückte näher, so daß ich ihre schwache Stimme besser hören konnte; ihre Hand ruhte in der meinen, und sie sah mir in die Augen so tief, so innig und so liebevoll, und ihre Stimme klang so mild.

Schwester, sagte sie, geh' und öffne jenes Fenster. — Ich ging und tat es und kam zurück und sagte:

Du siehst so wohl aus, beste Schwester, bald wirst Du wieder ganz gesund sein.

Sehr bald; — siehst Du die Sonne dort, meine Liebe? — Bald wird sie sinken hinter jenem Berge und dann scheint sie mir niemals mehr.

O, sprich nicht so; nein, o nein! sagte ich.

Weine nicht, sprach sie dann mit freundlicher Stimme, weine nicht; sei glücklich mit mir; denn jetzt bin ich wirklich glücklich, endlich einmal nach langen, langen Jahren.

O, Gott; warst Du es denn nicht immer?

Ich war es nicht. Höre meine Worte; es werden meine letzten sein.

Meine teure, liebe Schwester, sagte ich.

Sie begann: