So verging der Rest des Sommers, und als der rauhe Wind durch die Bäume fuhr und die Blätter herabwehte, zogen wir wieder zur Stadt, — und bald kam ein Fest, — ein Fest der Freude für Martha, nicht für uns. Martha stand im langen Gewande vor dem Prediger, der sie dem Konvente unserer episkopalischen Kirche weihte.

Vaters Haar war weiß geworden. Oft, sehr oft, hörte ich ihn im Schlafe sprechen: O mein Kind, mein Kind!

Und war sie glücklich geworden?

Oft kam ich zu ihr in's Kloster. Mir wurde stets so wohl, wenn ich sie sah, und so ging es allen Menschen, wenn sie zur guten, schönen Schwester Martha kamen. — Wenn Schwester Martha an das Bett der Kranken trat, so fühlten sie [Erleichterung], und berührte sie die Kranken mit der Hand, so [schwanden] die Schmerzen.

Sie selbst aber war am liebsten unter den Kindern und bei den älteren Mädchen in der Schule des Konvents und hier wurde sie am meisten geliebt, so vom ganzen, warmen, jungen Herzen der Mädchen.

Als ich sie wieder einmal in der Schule sah unter den fröhlichen Mädchen, sprach ich zu ihr: Du bist doch recht glücklich!

Glücklich, sagte sie langsam, — ach ja, ich bin's. — Ich sah sie verwundert an und [zweifelte] zum ersten Male an ihrer Zufriedenheit.

So waren wieder einige Jahre vergangen, und große Trauer [herrschte] im Konvent, besonders in der Schule, denn die gute, schöne Schwester Martha war krank, [bedenklich] krank, hatte der Arzt gesagt.

Ich war viel bei ihr; sie wünschte es; zuletzt kam ich nicht mehr von ihrem Bette hinweg.

Da eines Tages, spät am Nachmittage, faßte sie wieder meine Hand und sagte: Teure, höre mir zu; ich habe mit Dir zu sprechen.