Kein Land in Sicht? fragte ich wieder.

Noch nicht, mein Herr. Sehen Sie dort, wie die Sonne herauf aus dem Wasser steigt? — Ah, — sehen Sie jenen Streifen am fernen Horizont? — Das ist Irland!

Und ich stürmte die Treppe hinab und rief in die Kajüte: Land! Land!

In wenigen Minuten war es belebt auf dem Verdecke; — und alle fragten durch einander: Wo ist das Land? — und sahen mit müden Augen über das Meer und sagten: Ich kann nichts sehen! — und andere riefen: o ja, wirklich, da ist es! Sehen Sie nicht, dort? Land! Land!

Da hörte ich hinter mir ein [Schluchzen]; ich drehte mich um. Eine Frau stand da. — Sie betete und Thränen rollten ihr die Wangen herab, — es waren [Freudenthränen].

O, Irland! Altes, teures Irland, sehe ich dich wieder? — und dann sprach sie lauter:

Seht doch, wie schön es ist! Wie lieblich die Sonne seine grünen Berge bescheint! — Armes, altes Irland! Viel Gutes hat es getan für England in der alten Zeit der Römer. — Aber England hat heut alles vergessen und ist undankbar.

Manche lächelten, als sie dieses hörten. Ich [vermochte] es nicht.

Jahre waren vergangen, und ich hatte die Frau vergessen. — Und wieder war ich zur See und segelte heimwärts; — und kürzer und kürzer wurde der Raum, der mich [trennte] von meinem [Vaterlande].

Da gedachte ich wieder der Frau und ihrer Liebe zu ihrem [Vaterlande]; — und als ich den ersten Streifen amerikanischen Landes sah, als ich den herrlichen Hafen von New York sah, da fühlte ich tief, wie jene Frau: — es war die Liebe zum Vaterlande: