Bella: Oh, nun verstehe ich Sie, Otto. Was gut ist für mein Ohr, das höre ich gern; was gut ist für mein Auge, das sehe ich gern. Alles was gut ist, habe ich gern, und alles, was nicht gut ist und nicht schön, habe ich nicht gern.

Otto: So ist es. Viele Leute sagen: »Ich liebe, Beefsteak zu essen.« O, Bella, Anna und Louis! Sagen Sie das nicht. Sagen Sie nie: »Ich liebe, Milch zu trinken.« Sagen Sie: »Ich esse gern Beefsteak, ich trinke gern Milch, oder Kaffee, oder Thee, oder Wein; ich habe gern schönes Wetter.« »Ich liebe« ist mehr, als »ich habe gern.« Man sagt: »Ich liebe meine Mutter und meinen Vater, meinen Onkel und meine Tante; ich liebe meinen Bruder, meine Schwester, meine Freundin und meinen Freund.« Nun, ein Stern liebt den andern, nicht wahr? Dafür kann ich auch sagen[:][IV-15] »Ein Stern hat den andern gern,« und so sagt der Poet hier.

Louis: O, das ist klar. Das verstehen wir; nicht wahr, Anna?

Anna: Ja wohl.


Louis:

Sie thun sich nichts zu Leide,
Hat eins das andre gern.
Und Schwestern sind und Brüder
Da droben Stern an Stern.

Anna: Was bedeutet das Wort »droben«?

Louis: Das kann ich Ihnen sagen, Anna. »Droben« ist »am Himmel.«

Otto: »Da droben« und »droben« ist dasselbe. Oben ist der Himmel, unten ist die Erde. Oben ist die Sonne, unten ist der Baum. Louis, wo ist in unserm Hause der Salon?