Bella: Herr Meister, ich habe mich schon oft gewundert (ich wundere mich, ich wunderte mich, ich habe mich gewundert), daß so viele deutsche Wörter wie englische Wörter lauten. Arm ist arm, Finger ist finger, Hand ist hand, grün ist green, braun ist brown, weiß ist white, sechs ist six, zehn ist ten, und .....
Louis: Und nose ist Nase, und Kuh ist cow, und horse ist Pferd, und .....
Otto: Nicht mehr, Louis; bitte, bitte.
Herr Meister: Ja, sehr viele Wörter sind im Englischen, wie im Deutschen. Ich will Ihnen erklären, wie das kommt. Sie wissen, meine Freunde, viele Deutsche kommen aus Deutschland hierher nach Amerika. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie viele Millionen hier sind. Viele Deutsche wandern auch aus ihrer Heimat (= ihrem Hause in Deutschland) nach Australien, denn Deutschland ist zu klein für die vielen Menschen. So ist es heute, und so war es immer. Im Jahre 449 wanderten (ich wandere, ich wanderte, ich bin gewandert) die Sachsen, — das waren Deutsche, — vom Norden Deutschlands nach Britannien und nahmen (ich nehme, ich nahm, ich habe genommen) das Land. Britannien war nun in den Händen der Deutschen, und man sprach angelsächsisch, das ist: deutsch. Da kam im Jahre 1066 Wilhelm von der Normandie mit den Normannen (= Männern von der Normandie), nahm das Land und auch den Thron und war König von Britannien. Die Sprache des Königshauses war nun nicht mehr angelsächsisch, sie war französisch. So war es bis zum dreizehnten Jahrhundert, da sprach man auch wieder im Königshause angelsächsisch. Aber das Angelsächsische war nicht mehr die alte angelsächsische Sprache. Viele französische und viele lateinische Wörter waren in die Sprache gekommen. Angelsächsisch, Französisch und Lateinisch, — aus diesen drei Sprachen besteht die englische Sprache von heute. Fünf achtel (= 5⁄8) von allen Wörtern der englischen Sprache kommen aus dem Angelsächsischen, so sagt man. Darum, meine Freunde, ist die deutsche Sprache so leicht (= gut) und so schnell zu lernen von allen Personen, die Englisch sprechen; und die englische Sprache von allen, die Deutsch verstehen.
Anna: O, ich wünsche, die deutsche Sprache gut zu sprechen. Kann ich es lernen, Herr Meister?
Herr Meister: Gewiß, mein Fräulein. Die Amerikaner lernen besonders gut Deutsch. Oft habe ich amerikanische Damen und Herren gehört, die so gut Deutsch sprachen, wie Deutsche.
Otto: Ich hörte einmal Bayard Taylor Deutsch sprechen. Er spricht sehr gut.
Herr Meister: Es ist nicht lange her, da war ich mit meinen beiden Töchtern auf einem Balle. Ich saß (ich sitze, ich saß, ich habe gesessen) neben einem Herrn, und dieser sprach Deutsch mit mir. Ich antwortete (ich antworte, ich antwortete, ich habe geantwortet) ihm in deutscher Sprache. Zuletzt (= am Ende) fragte (ich frage, ich fragte, ich habe gefragt) ich ihn: »Aus welcher Stadt Deutschlands kommen Sie?« »Ich war nie in Deutschland, ich bin in Brooklyn geboren, ich bin ein Amerikaner; auch meine Eltern sind Amerikaner und verstehen kein Wort Deutsch. Deutsch habe ich hier gelernt.« So antwortete der Herr. Ich war voll Verwunderung. Auch Sie, meine Freunde, werden es so gut lernen. Sie haben schon viel gelernt und sprechen heute schon sehr gut.
Bella: Dafür müssen wir Ihnen danken, Herr Meister, und Ihnen, Otto.