Herr Meister: Sie zankte immer, das ist: Sie sprach immer laut und böse mit ihrem Manne, dem Philosophen. Einmal zankte sie wieder. Der Philosoph sagte kein Wort. Sie zankte immer mehr, — der Philosoph blieb (ich bleibe, ich blieb, ich bin geblieben) still. Das Zanken wurde schlimmer (böse, schlimmer, schlimmst). Da stand der Philosoph auf und ging aus dem Hause. Dieses machte Xantippe sehr böse. Sie nahm eine Kanne mit Wasser und schüttete es auf ihren Mann. »Das ist recht,« sprach der Philosoph, »das ist recht; nach einem Donnerwetter muß ein Regen kommen,« und ging (ich gehe, ich ging, ich bin gegangen) seinen Weg.


Herr Meister: Mit Geduld, meine Freunde, und mit guten Worten kann man oft alles thun. Mit Ungeduld (= nicht Geduld) und mit heftigen (= bösen) Worten erreicht (= thut) man nichts. »Ein gutes Wort findet einen guten Ort.« Das gute Wort ist wie der milde Sonnenschein im Frühling.

Bella: Aber nicht alle Menschen denken so wie Sie, Herr Meister.

Herr Meister: Nein, weil der eine Mensch mit dem andern keine Geduld hat, weil der eine Mensch in dem andern das Gute nicht sieht (ich sehe, er sieht), weil der eine Mensch den andern nicht versteht. So ist es mit einzelnen (= 1, 2, 3) Menschen und so ist es mit ganzen Nationen. Da sind in Europa zwei Nationen so groß, so nobel. Sie sollten die besten Freunde sein und sind — Feinde, weil sie sich nicht verstehen, — die Deutschen und die Franzosen. O, wie gut wäre es, wie gut für die Menschheit (= alle Menschen), wenn Deutsche und Franzosen wären wie Brüder! Aber Deutschland mißtraut Frankreich, und Frankreich mißtraut Deutschland. So war es in alten Zeiten, schon vor Julius Cäsar, und so ist es noch heute. Darum hat Frankreich die großen Armeeen, und darum hat Deutschland seine vielen Soldaten.


Louis: Mein Onkel war vor zwei Jahren in Deutschland, und er spricht (ich spreche, er spricht) noch oft von Deutschland und von Berlin. »Auf allen Straßen Berlins,« sagt er, »sieht man Soldaten und Offiziere; jeden Morgen sieht man die Soldaten marschieren, hört man die Trommeln und die schönste Militärmusik. Berlin ist eine Stadt der Soldaten und Kasernen (die Kaserne = das Soldatenhaus).[«][VI-3]

Bella: Meine Freundin Fanny Bryant in Dresden schreibt mir dasselbe, und sie meint (= denkt, ich meine, sie meint), die deutschen Offiziere sind sehr schön und galant.

Herr Meister: So? Denkt Ihre Freundin so? Ja, Deutschland ist das Land der Armeeen. Es hat eine halbe Million Soldaten.

Otto: Eine halbe Million? Das ist viel, sehr viel.